Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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ein Zusammenhang, der vielleicht nicht notwendiger-weise auf Finalität, wohl aber auf Kausalität beruht.Ich weiß die Entrüstung, mit der Euer Hochwohl-geboren den Verdacht illoyaler Gesinnungen gegenden bewährten Freund und erprobten Leidens-gefährten von sich weisen, vollauf zu würdigen undmuß es lebhaft bedauern, daß Sie mich in dem Sinneverstanden, als ob ich beabsichtigte, Sie einer anFelonie grenzenden Absicht zu zeihen. Nichts lag mirferner, und ich möchte besonders zum Ausdruckbringen, daß ich mich den Auffassungen über denGeist der Waffenbrüderschaft und Treue", die EuerHochwohlgeboren so warm und eindrucksvoll ver-dolmetschen, in vollstem Umfang anschließe, selbstwenn es mir bisher nicht gelang, mich von derÜbertragbarkeit unserer beiderseitigen idealen Wer-tung der Bundesgenossenschaft auf das ja leideretwas materielle Gebiet der Handelspolitik zu über-zeugen, Man behauptet ja allgemein, daß in Geld-sachen die Gemütlichkeit aufhört, und ich kann michdes Eindrucks nicht entschlagen, daß das bisher soungetrübte Einvernehmen, als dessen Befürworter Siemich mit Recht erkannt haben, durch die bisherigeTrennung der Konten und Kassen nicht gelitten hat.Ein Zusammenschluß auf Grundlage gemeinsamerHandelspolitik nach außen, also gegen die jetzigenGegner und Neutralen, würde die Preisgabe wichtigerInteressen einzelner Mitglieder zugunsten des Ver-eins zur Voraussetzung haben, den Verzicht auf wich-tige Einnahmequellen, Opfer, die nur zu leicht dahinführen, als Benachteiligung ausgelegt zu werden undeine Trübung der brüderlichen Gefühle zu verur-sachen, insbesondere wenn die betroffenen Erwerbs-kreise, die vielleicht nicht immer so idealistischdenken wie wir, die lästigen Vereinbarungen öffent-

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