Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
219
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lieh bekämpfen oder gar heimlich zu umgehen sichanschicken.

Euer Hochwohlgeboren wird es sicherlich bekanntsein, welche Schwierigkeiten sich bereits innerhalbder k. u. k. Monarchie der gemeinsamen Wirtschafts-politik beider Reichshälften entgegenstellen. DieKlagen der österreichischen Industrie über das Be-streben der ungarischen Regierung, die dortige jüngereund weniger entwickelte Industrie auf Kosten derdiesseitigen zu schützen und trotz gemeinsamen Zoll-gebietes eine handelspolitische Abgrenzung zu er-richten, haben schon wiederholt die Eintracht beiderStaaten zerstört, von den Sorgen, die die ErneuerungdesAusgleiches" regelmäßig verursacht, gar nicht zureden, da beide Staaten sich bei Bemessung desSchlüssels" zu den gemeinsamen Ausgaben benach-teiligt wähnen. Ohne den bundesbrüderlichen Ge-sinnungen unserer magyarischen Freunde zu nahetreten zu wollen, möchte ich doch bezweifeln, daß siedem Eingang deutscher Industrieprodukte, die aufGrundlage eines Vorzugstarifs und älterer Entwicke-lung mit den österreichischen jedenfalls eine erfolg-reiche Konkurrenz aufnehmen könnten, bereitwilligerund zum Nachteil der ihrigen Tore und Märkte öffnenwürden. Wenn es schon schwer fällt, für die auf ganzverschiedener Wirtschaftsstufe stehenden Teile derk. u. k. Monarchie eine einheitliche Grundlage fürihre Wirtschaftspolitik zu finden, so vermag ich mirdie Lösung nicht vorzustellen, wenn die Frage durchden Zutritt eines so mächtigen Wirtschaftskörperswie das Deutsche Reich noch belastet wird, für dessenWarenausfuhr übrigens überseeische Länder bishereine Richtung wiesen, die für unsere Bundesgenossenweit weniger in Betracht kam.

Zusammen als eine große Staaten- und Völker-