Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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Wenn ich seit Beginn des Krieges niemals michgescheut habe zu erklären, daß es nicht der Ver-nichtungswille war, wie eine lärmende Presse be-hauptete, der die britische Regierung in den Kriegtrieb, so habe ich darauf gerechnet und mit mir zahl-reiche politische Freunde, daß die Haltung Englands nach Beendigung des Streites meine Auffassung be-stätigen und den Beweis dafür erbringen wird, daß derSinn für Menschlichkeit und Gerechtigkeit auch dieWirren des Krieges überdauern und dem deutschenVolke, das so fürchterliche Opfer gebracht hat undbringen muß, nichts auferlegen wird, was dessen Er-drosselung bedeutet und die spätere Wiederanknüp-fung der zerrissenen Bande mit England unmöglichmacht.

Die uns auferlegten Waffenstillstandsbedingungensind aber von einem Geiste beseelt, den man nichtanders als den der Rache bezeichnen kann, da ihregewissenhafte Durchführung Elend und Hungersnot,Anarchie und Chaos unfehlbar im Gefolge hätte. KeineRegierungsgewalt wäre imstande, die Folgen der-artiger Zustände abzuwehren, ganz Europa , die ge-samte Kulturwelt vor der ansteckenden Gefahrordnungsfeindlicher Tendenzen zu bewahren, derÜbertragung des russischen Terrorismus, des größtenund gefährlichsten Feindes der Demokratie und derFreiheit auf alle übrigen Mitglieder der Staaten-gesellschaft zu steuern! In ihrem eigensten Interessemüssen unsere bisherigen Gegner, und an ihrer Spitzedie große britische Nation sich sagen, daß sie uns be-hilflich sein sollten, die Ordnung aufrechtzuerhalten,statt es uns unmöglich zu machen, daß sie dem deut-schen Volke, das in seiner überwiegenden Mehrheitden Krieg nicht gewollt hat und den aufrichtigenWunsch hegt, als werktätiges Mitglied der großen

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