lassen, gegen Serbien gewaltsam vorzugehen, fallsletzteres den Warnungen zum Trotz auf einer Besitz-ergreifung am Gestade der Adria bestehen sollte. InBelgrad wisse man auch, daß die Schaffung eines faxtaccompli nach dieser Richtung die spätere endgültigeFeststellung der Grenzen in keiner Weise beeinflussenkönne, da letztere nicht ohne Zustimmung der Groß-mächte erfolgen werde. Im Prinzip seien auch alledamit einverstanden, daß Albanien als autonomerStaat aus den Wirren hervorgehen müsse.
Auf meine Bemerkung, daß wir gern bereit seinwürden, den britischen Wünschen gemäß uns ihremSchritt anzuschließen, der bezwecke, Konstantinopelvor einer Besitznahme durch die Bulgaren zu bewah-ren, falls britischerseits in Petersburg weiter im Sinneder Ruhe und Mäßigung in der serbischen Frage ge-wirkt würde, entgegnete der Minister, daß bereitsVerhandlungen zwischen Türken und Bulgaren imGange seien, wonach wohl der Krieg als beendigt zubetrachten wäre und eine Besetzung Konstantinopelsnicht mehr zu befürchten sei, während andererseitsdas Petersburger Kabinett den Serben gegenüber sichin voller Übereinstimmung mit London befände.
Ich benutzte diesen Anlaß, um zu betonen, wiesehr wir den Ausführungen des Herrn Asquith bei-pflichteten, wonach es wünschenswert sei, keine derorientalischen Fragen gesondert zu behandeln, son-dern ihre Erledigung in ihrer Gesamtheit abzuwarten,daß aber das schroffe Auftreten der serbischen Re-gierung uns genötigt habe, zu einer einzelnen GefahrStellung zu nehmen, von der Österreich-Ungarn sichan einer empfindlichen Stelle getroffen fühlte. DerMinister pflichtete dieser Äußerung vollkommen beiund gab der Hoffnung Ausdruck, daß bis zur gemein-samen Regelung aller orientalischen Fragenprobleme