die Gemüter Zeit haben würden, sich wesentlich zuberuhigen, und daß es gelingen werde, allen Zündstoffbis dahin zu entfernen. Zum Schluß drückte er seinelebhafte Befriedigung darüber aus, daß es gelungensei, in dieser Frage mit uns Hand in Hand zu gehenund gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich hierzu inZukunft immer häufiger Gelegenheit bieten werde.
Mein französischer und italienischer Kollege, denenich im Foreign Office begegnete, sprachen sich in ähn-lichem Sinne aus und hatten ebenfalls beruhigendeNachrichten erhalten.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
S ir A. Nicolson bemerkte bei einer gelegentlichenKonversation, die Haltung Österreichs in der gegen-wärtigen Krise verdiene größte Anerkennung. Wien habe gegenüber serbischen Provokationen in bewun-dernswerter Weise würdevolle Ruhe bewahrt. DieSerben hätten sich durch ihren lärmenden Größen-wahn alle Sympathien entfremdet. Ihre arroganteSprache werde jedoch von den Großmächten ambesten als komische Leistung angesehen.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 18. 11. 1912
M ein russischer Kollege sagte mir heute, die rus-sische Note nach Belgrad sei noch viel schärferausgefallen als die der hiesigen Regierung. Im Aus-lande werde aber der Einfluß Rußlands in Serbien sehrüberschätzt, und namentlich jetzt nach den Erfolgenihrer Waffen hätten die Serben erklärt, sich von jeg-licher Vormundschaft befreien zu wollen, sowohl von
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