mittag zur Sprache kommen. In ähnlichem Sinne hatder britische Minister auch mit meinem italienischenKollegen gesprochen.
Es gelangten hierauf die ägäischen Inseln zurSprache. Graf Benckendorff gab namens seiner Regie-rung die Erklärung ab, daß sie nicht wünsche, daßirgendeine Macht in den Besitz der Inseln Tenedos ,Imbros, Lemnos und Samothrake gelange, denen eineAutonomie gewährt werden solle. Es gelangte hieraufder britische Antrag einstimmig zur Annahme:„Welches auch die künftige Lage der Inseln des Ägä-ischen Meeres sein wird, sind wir doch der Ansicht,daß sie unter der Garantie der Mächte neutralisiertwerden müssen.“ Über die Besitzfrage lagen keineAnträge vor, doch war die Stimmung überwiegend füreine Autonomie.
Was Kreta anlangt, so kam man dahin überein,daß, falls die Insel im Friedensschluß von der Türkei an die Griechen abgetreten würde, hiergegen keineEinwände zu erheben seien.
Mein französischer Kollege gab folgende Erklärungab: „Die französische Regierung steht betreffs Kon-stantinopels fest auf dem Standpunkt der Aufrecht-erhaltung des status quo. Diese Stadt muß also imBesitz des ottomanischen Kaiserreiches bleiben. DieTürkei muß außerdem in Europa ein Gebiet längs desMarmarameeres und der Dardanellen behalten.“ DieseErklärung fand allgemeine Zustimmung.
Mein österreichischer Kollege erklärte: „Wir hal-ten dafür, daß die Stellung des Hafens von Salonikiund der dorthin führenden Eisenbahn unter dem Ge-sichtspunkt der Wahrung unserer Handelsinteressengeregelt werden.*' Auch diese Auffassung erwecktekeinen Widerspruch.
294