punkts. Gleichzeitig hiermit soll am Freitag abendvor der Vertagung unserer Beratungen ein Communi-que in der hiesigen Presse erscheinen, welches als dasErgebnis der Besprechungen die albanische Autono-mie und die Gewährung eines freien wirtschaftlichenVerbindungsweges an einen neutralen Hafen an derAdria für Serbien verkündet. Von dieser Veröffent-lichung, zu welcher ich gleichfalls um telegraphischeZustimmung bitte, verspricht sich Sir E. Grey eine er-hebliche Beruhigung der öffentlichen Meinung, die,falls nichts verlautbar würde, zu der Annahme ge-langen könnte, unsere Beratungen seien gescheitert.
Die Abgrenzung Albaniens wurde bis auf Freitagvertagt, da Marquis Imperiali hinsichtlich Skutarinoch ohne Unterweisung war und Graf Mensdorff dievon Wien mitgebrachte Karte, deren Vorhandenseiner nur mir und meinem italienischen Kollegen be-kanntgab, und auf welcher die österreichische Auf-fassung von den neuen Grenzen Albaniens eingezeich-net ist, noch nicht vorlegen wollte. Prisren ist nämlichdort preisgegeben, was Graf Mensdorff erst als Zu-geständnis für Skutari gelten lassen möchte. Erwurde aufgefordert, uns nächsten Freitag die Wünscheseiner Regierung vorzulegen.
Vertraulich sagte mir Sir E. Grey, daß, falls eswegen Skutari zu Schwierigkeiten käme, er außer-stande sei, nochmals auf die russische Regierung ein-zuwirken, Letztere habe sich unter seiner und derfranzösischen Mitwirkung bereits überaus entgegen-kommend erwiesen. Nun sei es an uns, der deutschenund der italienischen Regierung, auf Österreich einzu-wirken für den Fall, daß Rußland , was er noch nichtwisse, auf der Abtretung von Skutari an Montenegrobestehen sollte. Graf Benckendorff ist noch ohne An-weisungen, doch dürfte die Frage am Freitag nach-
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