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1 (1927)
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bischen Vertreter wäre. Er beklagte sich über dieHaltung der Nachbarmonarchie, welche fortlühre, dieserbische Bevölkerung zu beunruhigen. Auch schiener zu befürchten, daß man seinem Vaterlande über-haupt keine Gebietserweiterung gönnen würde. Eben-so wünschte er zu wissen, ob alle Mächte über dieGewährung eines wirtschaftlichen Verbindungswegesnach und eines neutralen Hafens an der Adria einigseien. Ich erklärte ihm, daß ich über unsere Verhand-lungen nicht reden könnte, daß ich aber glaubte, inder Lage zu sein, ihn hinsichtlich dieser beiden Punkteberuhigen zu können. Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 18. 12. 1912

D ie heutige Sitzung eröffnete Sir E, Grey mit derMitteilung, daß der serbische Geschäftsträger ihmmitgeteilt habe, die serbischen Delegierten seien indemselben Sinne unterrichtet worden, wie Herr No-wakowitsch es mir bereits mitteilte. Der Geschäfts-träger habe noch hinzugefügt, er hoffe, der Wunschder Mächte würde ihnen in einer Form mitgeteilt wer-den, die es der öffentlichen Meinung in Serbien er-leichtern würde, nachzugeben. Es wurde hierauf ein-stimmig beschlossen, unsere Regierungen zu befragen,ob sie im Falle der Zustimmung zu unseren gestrigenBeschlüssen damit einverstanden wären, daß dieseBeschlüsse von Sir E. Grey nächsten Freitag dem ser-bischen Geschäftsträger mitgeteilt würden als das Er-gebnis unserer Beratungen und als der einheitlicheWille der Mächte unter der Voraussetzung, daß Ser-bien bei dem Entschluß, auf jede Gebietserweiterungan der Adria zu verzichten, verbliebe. Hiervon er-hofften wir eine Beschleunigung der Friedensverhand-lungen und eine Festlegung des serbischen Stand-

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