ins Auge zu fassen für den Fall, daß der Kollektiv-schritt der Mächte scheitert.
2. Es scheint mir angebracht, sich dem von HerrnPoincare gegenüber Herrn Jonescu ausgesprochenenGedanken anzuschließen, dem oben erwähnten Kol-lektivschritt einen analogen Schritt in Sofia zugunsteneiner versöhnlichen Haltung gegenüber den Forde-rungen Rumäniens folgen zu lassen.
3. Es scheint mir, daß sich Erwägungen der Billig-keit und der Neutralität dem Gedanken, der Türkei sowohl Adrianopel wie auch alle Inseln zu nehmen,entgegenstellen, und daß man ihr, falls sie in derFrage dieser Stadt nachgibt, den Besitz der vier In-seln nahe den Dardanellen und von Mythilene undChios sichern oder der Hohen Pforte wenigstens dieMöglichkeit gewähren muß, einige zu behalten.“
Zu Punkt 1 wurde bemerkt, daß es sich allerdingsempfehle, die Türken nicht unnötig zu brüskieren,daß man aber auf alle Fälle bereit sein müsse. ZuPunkt 2 erklärte Herr Cambon, nichts von der angeb-lichen Bemerkung des Herr Poincare zu wissen. Hier-auf gelangte folgender Wortlaut zur Annahme: „Nachder Besprechung der Bemerkung des deutschen Bot-schafters fragte sich die Versammlung, ob es nicht an-gebracht sei, Bulgarien , falls es dank der Schritte derMächte seinen Wünschen entsprechende Friedens-bedingungen erhielte, zu verpflichten, sich gegen Ru-mänien entgegenkommend zu erweisen." Die Be-sprechung zu Punkt 3 wurde vertagt. Nächste Sitzungmorgen nachmittag.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 7. 1. 1913
N ach meinen Eindrücken möchte ich nicht recht andie weitgehenden Vermutungen des Marquis diSan Giuliano über die künftigen Absichten der Tripel-
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