Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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Herr Poincare ließ den Punkten 1, 2 und 3 zu-stimmen und ist einem Kollektivschritt nicht ab-geneigt, auch nicht einer Unterstützung desselbendurch Kriegsschiffe, aber er würde vorziehen, daß dieSchritte der Mächte sich auf die folgenden zweiPunkte beschränken:

1. Abtretung Adrianopels. 2. Regelung der Ab-tretung der Inselfrage durch die Mächte. Vorläufigschiene es ihm nicht nützlich, über die finanzielle Frageoder die zukünftige Stellung Konstantinopels mit denTürken zu reden, noch auch über die Möglichkeiteiner kriegerischen Entwicklung in Kleinasien . Aufunsere Bemerkung, daß es sich nicht darum handele,der Türkei gegenüber Verpflichtungen einzugehen,sondern lediglich darum, den Türken den Ernst derLage und die Vorteile einer nachgiebigen Haltung vorAugen zu führen, erklärte sich Herr Cambon bereit,in diesem Sinne befürwortend zu berichten.

Sir E. Grey will seinen Botschafter dahin unter-richten, daß er sich bereithalten soll, an der demarchecollective auf Grund der Vereinbarung über diesePunkte teilzunehmen. Er solle aber von den gemel-deten Reserven des Herrn Poincare Notiz nehmenund zusammen mit seinen Kollegen den Text mit demfranzösischen Botschafter vereinbaren. Zugleich teilteer uns mit, daß er für den Fall der Demarche auf alleFälle zwei Kriegsschiffe nach der Besikabai entsendenwerde.

Als lediglich persönliche Anregung und unter Be-tonung, daß ich nicht hierzu beauftragt sei, habe ichdas Nachstehende vorgebracht, nachdem ich mich mitmeinem österreichisch-ungarischen und italienischenKollegen ins Einvernehmen gesetzt hatte:

1. Es scheint mir zu früh, schon jetzt einen Druckoder eine Flottendemonstration vor Konstantinopel

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