läge weiterer Zugeständnisse im Wilajet Adrianopel angeboten, ohne daß jedoch die Stadt Adrianopel da-bei zur Sprache käme. Hierauf hat der Vorsitzende,Herr Nowakowitsch, die Sitzung sofort aufgehoben,ohne daß ein neuer Termin verabredet wurde. Frie-densverhandlungen sind somit noch nicht endgültigabgebrochen, aber Abbruch vielleicht nahe bevor-stehend. Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 6. 1. 1913
B ei der heutigen Botschafterversammlung habe ichzunächst mitgeteilt, daß wir mit dem vorgeschla-genen Text einer demarche collective in Konstanti-nopel für den Fall des Scheitems der Friedensverhand-lungen einverstanden wären. Das gleiche teilte meinitalienischer Kollege mit, mit dem Hinzufügen, daßitalienischer Botschafter in Konstantinopel bereits an-gewiesen worden sei, sich im gedachten Sinne zuäußern, falls seine Kollegen identische Anweisung er-halten. Gleichzeitig hob Marquis Imperiali hervor,daß Punkt 5 italienischerseits nur dahin verstandenwerde, daß er nicht die Zustimmung zur Abtretungsämtlicher Inseln in sich schließe und sich auch alleinauf die Abtretung von Kreta bezöge; es wurde hier-bei von allen Seiten hervorgehoben, daß Punkt 5 inkeiner Weise eine Verpflichtung in sich schließe, alleInseln an Griechenland abzutreten. Graf Mensdorffwar ohne Instruktionen, russische Regierung hattegleichfalls zugestimmt und noch dabei bemerkt, daßsich die Telegramm Nr. 4 gemeldeten vier Bedingun-gen nur auf die gesamten vier Dardanelleninseln be-ziehen sollten, daß Griechenland aber auf das Rechtverzichten müßte, die anderen etwa erworbenen In-seln an andere Mächte abzutreten.
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