den die besagten Mächte sich bemühen, die Wahrungder muselmanischen Interessen in Adrianopel und dieAchtung vor den Moscheen und religiösen Gebäudenoder Besitztümern in dieser Stadt zu sichern. Das-selbe würden sie tun, damit die von ihnen betreffsder Frage der Inseln des Archipels gegebene Lösungjede Bedrohung der Sicherheit der Türkei ausschließt."
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 10. 1. 1913
B ei der heutigen Sitzung, welche nur etwa eineStunde dauerte, teilte Sir E. Grey uns mit, daßdie türkischen Delegierten ihm erklärt hätten, siekönnten unmöglich hinsichtlich Adrianopels nach-geben, während die bulgarischen Vertreter dabeibleiben, daß es zwecklos sei, eine neue Sitzung ein-zuberufen, falls die Abtretung Adrianopels, überderen Einzelheiten sich reden ließe, nicht vorherschon feststände. Unter diesen Umständen ist Sir E.Grey als Ehrenpräsident der Friedenskonferenz auchnicht in der Lage, mit Vorschlägen über die Anberau-mung einer nächsten Sitzung hervorzutreten.
Sir E. Grey ist nach wie vor bestrebt, den völligenAbbruch zu verhindern, sieht aber die Wiedereröff-nung der Feindseligkeiten voraus, falls die Schritte derMächte in Konstantinopel erfolglos bleiben.
Ferner gelangte der bulgarisch -rumänische Streitzur Sprache. Leider überwog die Ansicht, daß persön-liche Reibereien zwischen den Herren Danew undTake Jonescu in Betracht kommen, und daß es sichdringend empfehlen würde, den Rumänen zur Ruheund Mäßigung zu raten. Die Hoffnung bestand aber,daß dank meiner Vermittlung, der Sir E. Grey nochdurch ähnliche Ratschläge Nachdruck verleihen
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