den bulgarischen Vertreter zu Worte kommen lassen.Das Scheitern der Verhandlungen sei wenigstens ab-zuwarten.
Über die Frage der Nützlichkeit einer umgehendenAbgabe der verabredeten Note in Konstantinopelherrschte Einstimmigkeit.
Sodann wurde zur Frage des Berges Athos über-gegangen, worüber ich an anderer Stelle berichte.
Zum Schluß teilte Cambon mit, daß Poincare imPrinzip mit unseren Wünschen hinsichtlich der Wah-rung der Interessen der tükischen Staatsgläubiger ein-verstanden wäre, daß aber die Fassung, die ich nachMaßgabe der ersten drei Artikel der Anlage des Er-lasses Nr. 50 unterbreitet hatte, einerseits den Ar-beiten der Pariser Kommission vorgreife, andererseitsaber ihm als zu weitläufig erscheine, um in den Frie-densvertrag aufgenommen zu werden. Er werde da-her bis zur nächsten Sitzung eine andere Fassung inVorschlag bringen.
Nächste Sitzung Freitag, Mittwoch soll Albanien an die Reihe kommen.
Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
raf Mensdorff bat mich gestern, zu ihm zu kommen,
VJum mit ihm die albanische Frage zu besprechenund Kenntnis von dem ihm zur Verfügung stehendenMaterial zu nehmen. Er und der zu seiner Unter-stützung hierzu gerufene Sachverständige in Balkan-angelegenheiten, der k. und k. Gesandte in Cetinje Baron Giesl, erläuterten mir an der Hand einer vonletzterem auf Grund persönlicher Erhebungen an Ort
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