unserer Auffassung einverstanden und erklärte, denweiteren Verlauf der Ereignisse abwarten zu wollen.Vor allem müsse die Note gleich übergeben werden,damit die Türkei nicht auf die Uneinigkeit der Mächterechnen könne.
Die Sitzung selbst eröffnete Herr Cambon mit derMitteilung, daß er Gelegenheit genommen habe, HerrnDanew dringend abzuraten, die geplante Note überden Abbruch der Beziehungen an die türkischen Dele-gierten gelangen zu lassen. Erst müsse die Wirkung desvereinbarten Schrittes in Konstantinopel abgewartetwerden. In ähnlichem Sinne hatten sich auch andereKollegen ihm oder anderen Balkanvertretern gegen-über ausgesprochen. Als Wirkung dieser Ratschlägekonnte Sir E. Grey mitteilen, daß die gedachten Ab-gesandten beschlossen hatten, vorläufig wenigstensnicht abzureisen. Von anderer Seite war sogar gesagtworden, daß selbst im Falle des Abbruchs mit derTürkei die Balkanvertreter fortfahren würden, hierihre Angelegenheiten zu erörtern.
Die rumänisch -bulgarischen Verhandlungen sindebenfalls nicht vorwärts gekommen. Während aberTake Jonescu, der sich wiederum entschlossen hat,hierzubleiben, erklärt, noch immer ohne Nachrichtvon Herrn Danew zu sein, behauptet dieser, er habebereits vor einigen Tagen Herrn Take Jonescu Vor-schläge zugestellt. Vielleicht gelingt es mir morgenbei dem Mahl, das Graf Mensdorff*) zu Ehren der Bal-kanvertreter gibt, näheres über den Stand der Verhand-lungen zu erfahren. Meine Anregung, Herrn Misu**)vorzuladen, wurde zwar grundsätzlich angenommen,Graf Benckendorff und Herr Cambon fanden es aberaugenblicklich noch verfrüht. Sonst müsse man auch
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