Lage, mit derartigem Vorschläge amtlich hervor-zutreten, und müsse mich auf vertrauliche Anregungbeschränken. Falls er, Sir E. Grey, aber in diesemSinne Verständigung anbahnen wolle, hielt ich denPlan nicht für ganz aussichtslos im Zusammenhang mitden Inseln.
Der Minister entgegnete, daß er nicht glaube, daßauf obiger Grundlage Einigung zu erzielen sei, schonweil sich Griechenland nicht damit zufrieden gebenwerde. Es entstände dann wieder die Frage, wer dieGriechen aus den besetzten Landesteilen vertreibensolle.
Erwähnen möchte ich noch, daß der Minister aber-mals das Kap Stylos als Ausgangspunkt der Grenzeerwähnte und auch die Zugehörigkeit von Argyro-kastron zu Griechenland voraussetzte, so daß Albanien nur ein schmaler Küstenstreifen im Süden verbliebe.Zum Schluß sagte er noch, daß, falls der Krieg zwi-schen den Balkanstaaten, wie es den Anschein habe,ausbräche, sich alles wieder verschieben könne. DennBulgarien würde möglicherweise von Griechenland denVerzicht auf südalbanische Gebietsteile verlangen. Ausseinen Äußerungen ging jedenfalls hervor, daß SirE. Grey mit der Wahrscheinlichkeit eines Kriegeszwischen Bulgarien einerseits und Serbien undGriechenland andererseits und mit dem Siege desersteren rechnet. In diesem Falle würden wir alsodurch eine hellenophile Politik nicht nur mit demmächtigsten und zukunftsreichsten Balkanstaate ineinen Gegensatz kommen, sondern auch unseren Ver-bündeten entgegenarbeiten müssen, die aus naheliegen-den Gründen eine ausgesprochen bulgarenfreundlichePolitik treiben. Lichnowsky.
Ende des ersten Bandes.
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