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öffentlichung Kenntnis genommen und sie als richtig bestätigt.Daß Herr Erzberger die Friedensresolution in einer untermeinem Vorsitz stattgehabten Konferenz im Reichsamt des In-nern angekündigt habe, ist gleichfalls eine glatte Unwahr-heit. Wenn es Herr Erzberger wünscht, bin ich bereit, aucheinen st ärkeren Ausdruck zu gebrauchen, so daß abermalsdie Möglichkeit geschaffen wird, dem unvereidigtenHerrn Erzberger vereidigte Aussagen gegen-überzustellen.
2. Die von Herrn Erzberger mit abgegebene Erklärungdes Zentrums im Hauptausschuß vom 7. Oktober 191l?wagt auch Herr Erzberger nicht abzuleugnen. Aber er scheut sich,diese Erklärung — obwohl sie ganz kurz und lapidar ist — seinerGemeinde im vollen Wortlaut mitzuteilen. Er unter-schlägt nur den springendenPunkt, nämlich den Satz:
„Fällt die Entscheidung für die Führungdes rücksichtslosen U- Bootkrieges aus, sodarf der Reichskanzler des Einverständnissesdes Reichstages sicher sein."Mit diesem kleinen Kunstgriff verwandelt er die Erklärungdes Zentrums, die den Reichskanzler im voraus von seiner poli-tischen Verantwortlichkeit für die Eröffnung des rücksichtslosenU-Bootkrieges entlastet und damit dem Widerstand desReichskanzlers gegen den rücksichtslosenU-Bootkrieg die parlamentarische Rücken-deckung nahm, — in eine „verfassungstreu und sachlich be-gründete wirksame Unterstützung" der Stellung-nahme des Reichskanzlers gegen den U-Boot-kriegl
3. Herr Erzberger glaubt meine Stellung zu seinerPolitik damit erklären zu können, daß er damals schon (imJuli 1917) „die Entbehrlichkeit Helfferichs erkannte und dafürsorgte, daß er als Vizekanzler Herrn v. Payer den Platz räumenmußte". — Es widerstrebt mir, Herrn Erzberger auf dieses Ge-biet zu folgen. Aber Herr Erzberger irrt! Meine Liebe zu ihmist viel älteren Datums und beruht darauf, daß ich früher alsmanche anderen seine verhängnisvollen Eigenschaften erkannthabe. Wenn ich übrigens dem Beispiel des Herrn Erzbergerfolgen und politische Handlungen auf persönliche Motive zurück-führen wollte, so müßte ich ihn an die letzte Unterhaltung er-