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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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deckt. Für den Rest der jährlich weiter erforderlichen rund 1vMilliarden Mark steht vorläufig das WortErhöhung derUmsatzsteuer" undgroße Vermögensabgabe".Und für die weiteren ungemessenen, ins Beliebenunserer Feinde gestellten Verpflichtungen,die der Erzbergerschen Verhandelei entsprungen sind, hatte derReichsfinanzminister, dem 1vt> Milliarden vor kurzem noch einKinderspiel zu sein schien, nicht einmal eine magere Redensart.

Getreu dem Prinzip derVolksregierung", alles Unheil aufdasfluchbeladene alte Regime" abzuschieben, hat esder Reichsfinanzminister Erzberger für richtig gehalten, nachVerantwortlichen für das Finanzelend unter den Trägern jenesfluchbeladenen Regimes zu suchen. Gerade wie diejenigen, dieunsere politische, militärische und moralische Kraft unterwühlthaben, die ihr schließlich mit der Revolution und der Zertrüm-merung des Heeres im Augenblick des Beginns der Waffenstill-standsverhandlungen den tödlichen Dolchstoß versetzt haben, dieSchuld an dem entsetzlichen Niederbruch Deutschlands von sichabzuwälzen versuchen! Allmählich kennt man Text und Melodie!Daß bei der Umschau nach finanziellen Sündenböcken das Augedes Reichsfinanzministers Erzberger mit Wohlgefallen aufmeiner geringen Person haften bleibt, wer wundert sich dar-über? Rache ist süß! Und Tapferkeit gegen Abwesende billig!So werde ich denn der Mitwelt von dem durch seine bedächtigeBesonnenheit und wohlabgewogene Vorsicht bekannten HerrnMatthias Erzberger als derleichtfertigste allerF i n a nz mi n i st e r" präsentiert! Und das höchst gesinnungs-tüchtigeBerliner Tageblatt", das die Erzberger - Rede schondrucken und besprechen konnte, ehe sie überhaupt gehalten war,jauchzt Beifall.

Ich kann's tragen. Aber es geht auch hier nicht um Personen,sondern es geht um die große Sache der Wiederaufrichtung undGesundung unseres Vaterlandes. Und deshalb muß auch hierdie revolutionäre Legendenbildung vereitelt werden. Es gehtnicht an, und ich werde nu'ch für meine Person auf das äußerstedagegen verwahren, daß die Sünden der Revolutions-finanzanarchie von Finanzpolitik kann manhier nicht sprechen! einfach auf das Konto der Kriegs-finanzpolitik übertragen werden.

Herr Erzberger wirft der Kriegsfinanzpolitik und speziell