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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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langen. Die falschen Nachrichten über britischeFriedensvorschläge, die in Deutschland veröffentlichtworden sind, und die daran anschließenden Erörterungen indeutschen Blättern dienen einem doppelten Zweck: erstens dem,die öffentliche Meinung in Deutschland auf eine Herabsetzungder deutschen Ansprüche vorzubereiten, und zweitens diepazifistische Propaganda in den alliierten Ländernzu stärken. Diese Manöver sind als Zeichen von Kriegs-Müdigkeit des Feindes anzusehen. Aber alle Versuche, dieAlliierten von der Verfolgung ihrer Ziele (das waren die Ziele,die im Januar in der Note an Wilson ausgesprochen waren,also im wesentlichen die Ziele des Friedens vonVersailles ) abzubringen, sind mißglückt."Und die Daily Mail schrieb am selben Tage:Wenn Deutschland wirklich den Frieden will, muß esBelgien, Nordafrika , Elsaß-Lothringen,Polen, Serbien, Rumänien , Monteneground das Trentino räumen, für den in diesen Län-dern angerichteten Schaden und für das gestohlene Privat-eigentum Schadenersatz zahlen, und die Personen, die Schuldan dem schrecklichen Verbrechen dieser bewaffneten Macht tra-gen, bestrafen. Solange die Deutschen diese Bedingungen nichterfüllen, gibt es nur einen Ausweg, nämlich immernur neue Schläge auf fie herabregnen zu lassen."In Frankreich aber erklärte Painlev6, der nach demSturz des Ministeriums Ribot am 17. September Minister-präsident geworden war, die Desannexion von Elsaß-Lothringenfür ganz unerläßlich und Ribot, der als Minister des Äußerenwieder in sein Ministerium eingetreten war, sagte:

Wenn wir vor der Welt die Rückgabe von Elsaß-Loth-ringen fordern, so sind wir Vorkämpfer des verletzten Rechtsund fordern vor der Welt die unentbehrliche Vorbedingungfür einen dauerhaften Frieden. Wenn man uns dieseForderung nicht gewährt, gewährt man unsnicht s."

Wenn also, wie Herr Erzberger behauptet, in dem an denPapst gerichteten englischen Telegramm wirklich unter Zustim-mung Frankreichs lediglich das Zugeständnis des Ver zichtsauf Belgien von Deutschland verlangt wurde, so mußte dasOrchester der feindlichen Kundgebung, das diesen Friedensfühler