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Entente-Genossen Russlands, die das Entgegenkommen Oesterreichs laut ihrer eigenen Dokumente als eine Friedenshoffnung mit grosserGenugtuung begrüssten,gänzlich überraschend kam. Beweis dafür:Am 31. Juli, um 7 Uhr abends, sprach der deutsche Botschafter inParis bei dem französischen Ministerpräsidenten und Minister desAuswärtigen, Herrn Viviani, vor, um ihm mitzuteilen, dass Deutsch-land durch die allgemeine russische Mobilmachung gezwungenworden sei, den Zustand der drohenden Kriegsgefahr zu prokla-mieren ( und an Russland die Forderung der Demobilisation zu stellen.Darauf hat Herr Viviani geantwortet, „er sei über die angeblicheMobilisation der russischen Armee und Marine in keiner Weiseunterrichtet" („nullement renseigne sur une pretendue mobilisationtotale de l'armee et de la flotte russes") (Gelbbuch No. 117). Auchder englische Botschafter in Paris berichtete noch am späten Abenddes 31. Juli an das Foreign Office, dass seinem Kollegen Iswolsky nicht das mindeste von einer allgemeinen russischen Mobilmachungbekannt sei (Blaubuch No. 117).
Wenn also die von Russland angegebenen Gründe für die plötz-liche allgemeine Mobilmachung lediglich durchsichtige Vorwändewaren, und wenn Russland die folgenschwere Massnahme, ohneEngland und Frankreich auch nur zu informieren, in demjenigenMoment über das Knie gebrochen hat, in welchem ein aussichts-voller englischer Vermittlungsvorschlag unterbreitet worden warund die von Deutschland erreichte Nachgiebigkeit Oesterreich-Ungarns die akute Kriegsgefahr beseitigen musste, so bleibt hierfürnur eine Erklärung:
Die in jenem Augenblick in Russland entscheidendenPersönlichkeiten wollten angesichts der auf deutsches Be-treiben zutage tretenden Nachgiebigkeit der österreichisch-ungarischenRegierung alle Brücken zum Frieden abbrechenund den Krieg unvermeidlich machen.
Wenn diese auf der Hand liegende Schlussfolgerung noch einerBestätigung bedürfte, so wird ihr diese zuteil durch das VerhaltenRusslands nach der Ueberreichung des deutschen Ultimatums.
Während Deutschland , das bisher die russische Mobilmachungals Kriegsfall bezeichnet hatte, sich zunächst damit begnügte, denZustand der drohenden Kriegsgefahr, der noch nicht gleichbedeutend