geflissentlich die Auffassung genährt wurde, dass in Deutschland das Gebäude des staatlichen und privaten Kredits beim erstenKanonenschuss zusammenbrechen müsse.
Das Verhalten der verschiedenen Staatsanleihen in der kriti-schen Zeit ergibt sich aus folgenden Daten.
Vom 17. bis zum 28. Juli — in den folgenden Tagen hattedas ordnungsmässige Funktionieren des Börsenhandels in Staats-papieren fast überall bereits aufgehört — waren folgende Rückgängezu verzeichnen:
von
auf
also Rückgang
3o/o französische Rente
82,62
77,25
5,37%
neue 3y2% franz. Rente
91,70
85,50
6,20o/o
2V2°/o englische Konsols
75,81
71,75
4,06o/o
3o/o deutsche Reichsanleih«
76,50
73,75
2,75o/o
3V2°/o deutsche Reichsanleiihe
86,70
84,90
l,80o/o
Der Rückgang war also bei
den deutschen Reichsanleihen
erheblich geringer als bei den englischen und namentlich bei denfranzösischen Staatspapieren. Dabei ist zu bemerken, dass dieDeroute des französischen Rentenmarktes in den Kursen auchnicht annähernd zum vollen Ausdruck kommt. Ein gewiss unver-dächtiger Zeuge, der Pariser „Temps ", berichtete über den Verlaufder Pariser Börse vom 25. Juli:
„Das Angebot an 3o/ 0 Rente war bei der Eröffnung des Verkehrsso stark, dass die Kammer der agents de change genötigt war,die Notierung eines niedrigeren Kurses als 78% zu verbieten,obwohl Angebote zu 74°/o vorlagen."
An jenem Tag wurde der Markt für die 3o/ 0 und die neue3V2% französische Rente zeitweise überhaupt geschlossen, weilman sich nur auf die Weise des gewaltigen Angebots erwehrenund noch viel stärkeren Kursstürzen vorbeugen konnte.
Auch in den übrigen Papieren hat sich der deutsche Markttrotz aller schweren Erschütterungen relativ am besten gehalten.So sanken die Aktien der ersten französischen Privatbank, desCredit Lyonnais, vom 18. bis zum 30. Juli von 1535 auf 1350Franken, also um 12o/ 0 des Kurswertes vom 18. Juli. Dagegensanken die Aktien der Deutschen Bank in der gleichen Zeit nurvon 231,60% auf 218%, diejenigen der Diskontogesellschaft von