friedlich aus, als ob nie der Fuss eines feindlichen Soldatendiese Gegend betreten hätte.
Die Umgebung nm Tirlemont , in der die bekannte Schlachtgeschlagen wurde, ist allerdings kenntlich an ausgebrannten Häu-sern, — aber auf den Feldern, über die unsere Reiterei dahin?brauste, stehen heute noch vielfach die noch nicht eingefahrenenGetreidegarben. Nirgends hat man den Eindruck, als ob unsereTruppen ohne Not zerstört und verbrannt hätten. Tirlemont selbst,eine Stadt von etwa 17 000 Einwohnern, die sich friedlich ergebenhat und in der keine Ausschreitungen vorgekommen sind, istgänzlich unversehrt.
Kurz vor Löwen allerdings beginnt das Grauen. Hier kommenwir in die Gegend, in der die Franktireurs besonders schlimm ge-wütet und unsere Truppen zu den schärfsten Gegenmassregelngezwungen haben. Entgegen den allgemein verbreiteten Behaup-tungen kann jedoch von einer Zerstörung der Stadt Löwen nichtdie Rede sein. Zerschossen und niedergebrannt sind nur die öst-lichen 'Quartiere, in denen nach der friedlichen Uebergabe derStadt unsere Truppen in heimtückischer Weise systematisch undanhaltend "beschossen worden sind, vor allem die Strassenzüge,die vom Bahnhof und aus der Richtung von Tirlemont nachdem Stadtinnern führen. Eine grausame Ironie des Schicksalswill, dass die Strasse von Tirlemont nach dem Stadtzentrum denNamen „Rue des Joyeuses entrees" führt, wie noch auf dem blauund weiss emaillierten Strassenschildern zu lesen ist. Alle Häuserund Wände sind in diesen Strassen mit Kugelspuren dicht über-sät; ein Beweis, wie jedes einzelne Strassenviertel gestürmt werdenmusste. Dagegen ist die ganze südliche Hälfte der Stadt und auchein Teil des Westens so gut wie unversehrt geblieben. ZahlreicheHäuser tragen hier Inschriften, wie: „Hier wohnen gute Leute,bitte schonen!" — das Rathaus, die Perle Löwens, ist völlig er-halten. Es ist durch unsere Truppen gerettet worden. Offiziere,die an dem Strassenkampf in Löwen beteiligt waren, erzählen, dassunsere Leute die Dampfspritzen hervorholten, um den Brand derdem Rathause benachbarten Häuser zu löschen und so diesesarchitektonische Kleinod vor dem Untergang zu bewahren. Sieführten das Rettungswerk durch, obwohl sie bei der Löscharbeit