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volle Ineinandergreifen von Reichsbank, Darlehnskassen, privatenBanken, Sparkassen, Kriegskreditbanken usw. kann und darf hierim einzelnen nicht dargestellt werden. Erst nach errungenem Siegwird hierzu die Zeit gekommen sein. Für jetzt genüge die Fest-stellung, dass diese organisatorische Leistung die Möglichkeit ge-schaffen hat, die im Frieden erarbeiteten und den Werken desFriedens dienenden Kapitalien jetzt im Kriegsfall für die Kriegs-bedürfnisse zu mobilisieren.
Bei aller Zunahme des deutschen Volksreichtums und bei allerZweckmässigkeit unserer finanziellen Kriegsorganisation hätte un-sere Kriegsanleihe nie und nimmer den gewaltigen Erfolg erzielenkönnen, wenn nicht unser ganzes Volk von der schicksalsschwerenGrösse des Entscheidungskampfes, den uns der Hass und Neidunserer Feinde aufgezwungen hat, bis ins Innerste durchdrungenwäre. Wie jeder deutsche Soldat freudig sein Blut für das Vater-land lässt, so ist ganz Deutschland entschlossen, jedes Opfer anGut zu bringen. Die 4y 2 Milliarden Mark sind nicht etwa derAusdruck der guten Kapitalsanlage einer verhältnissmässig kleinenSchicht von Wohlhabenden; sie sind der Ausdruck des entschlos-senen Willens unseres ganzen Volkes, mit allem Können undVermögen an dem gewaltigen Kampf um den Bestand und dieZukunft des Vaterlandes teilzunehmen. — »Wir alle wollen Hüterseinl" — Es ist bisher nicht veröffentlicht worden, wie gross dieZahl der Einzelzeichnungen auf die Kriegsanleihe ist. Aber wennich die Ergebnisse der bei der Deutschen Bank eingegangenenZeichnungen zugrunde lege, so komme ich zu dem Schluss, dassdie Zahl der Einzelzeichnungen nicht unbeträchtlichgrösser ist als eine Million ; und dass etwa 3 A dieser Zeich-nungen auf Beträge bis zu 2000 Mark entfallen. Das ist eine„Levee en masse" auf finanziellem Gebiet, die in der Geschichteebenso einzig dasteht wie der Anleiheerfolg als solcher.
Die vorhandenen Kräfte und den vorhandenen Geist richtigerkannt und entschlossen zum Siege geführt zu haben, ist dasunvergängliche Verdienst unserer finanziellen Führung, die vorallem in den Händen der Reichsbank und ihres Präsidenten lag.Wie gross das Wagnis war, so bald nach dem Kriegsausbruch undvor dem Fall der endgültigen Entscheidungen eine Milliardenanleihe