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Kriege mit einem Mindestmass von finanziellem Aufwand zu führen.Natürlich geht es auch hier nicht ganz ohne Geld. Der Mit-wirkung, die über die eigenen, im übrigen nicht zu unterschätzendenHilfsmittel der Türkei hinaus notwendig ist, hat sich Deutschland niemals bisher entzogen, und es wird sich dieser Mitwirkungauch weiterhin nicht entziehen. Ich bin in den Angelegen-heiten der finanziellen Kriegsführung in Fühlung mit meinemFreunde Dschavid Bey, dem früheren türkischen Finanzministerden die ottomanische Regierung mit Spezialauftrag für diese Dingehierhergesandt hat.
Was nun die Kriegskosten unserer Feinde anbelangt, sokann ich Ihnen zu Ihrer Beruhigung sagen, sie sind noch eingutes Stück grösser als die unsrigen und die unserer Verbündeten.Für sich allein genommen, trägt Deutschland allerdings die stärksteLast, aber die Kriegskosten Englands zeigen in den letztenMonaten und Wochen eine so erfreuliche Zunahme, dass siejetzt wohl kaum mehr hinter unseren zurückbleiben. Die silbernenKugeln müssen in England eben mancherlei ersetzen, was beiuns einer solchen Nachhilfe nicht bedarf. Nach dem letz-ten Material, das ich habe zusammenstellen lassen, stellensich die englischen Kriegskosten für die mit dem Monat Märzablaufenden acht Monate auf nicht weniger, oder auf kaum wenigerals neun Milliarden Mark. Dabei haben die Engländer mit sehrkleinen Kriegskosten angefangen und sind dann sehr rasch undsehr stark mit ihren Kriegskosten in die Höhe gegangen. Sie sindheute auf einer täglichen Kriegsausgabe von etwa zwei MillionenPfund, d. h. von 40 Millionen Mark angelangt, und ich glaube,die Ziffer wird wohl bald überstiegen werden.
Ueber die Kriegskosten von Frankreich und Russland ist mirZuverlässiges nicht bekannt, ausser den gelegentlichen Mitteilungen,die nicht dort in diesen Ländern, sondern im englischen Parlamentgemacht worden sind. Aus einer Aeusserung des englischen Schatz-kanzlers schliesse ich, dass die Kriegskosten von Russland undFrankreich zusammengenommen kaum geringer sind als die dop-pelten Kriegskosten Englands . Der Unterschied, der dort ange-deutet wurde, ist nicht sehr erheblich. Wenn ich nun noch alle dieNebenkosten hinzunehme, die, Kosten für die sogenannte belgische