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Reden und Aufsätze aus dem Kriege / Helfferich
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ich heute sagen, dass unsere und unserer Bundesgenossen täglichenKriegskosten nicht unerheblich hinter der Hälfte derjenigen unsererGegner zurückbleiben.

Den Gesamtaufwand für den Krieg vom 1. August 1914 biszum 31. Mänz 1916 berechne ich für uns und unsere Bundes-genossen auf 50 bis 55 Milliarden Mark; für die Entente und ihrenAnhang komme ich auf 100 bis 105 Milliarden Mark. Das Ver-hältnis ist also etwa 1 zu 2; es ist umgekehrt proportional denerzielten Erfolgen und hat die Tendenz, sich weiter zu unserenGunsten zu verschieben.

Meine Herren, mit der gleichen Zuversicht wie die Entwick-lung von Kriegsaufwand und Kriegserfolg kann uns die Gestaltungder inneren finanziellen Verhältnisse für das Ergebnis derjetzigen Kriegsanleihe erfüllen. Unsere Kriegsausgaben, die nach wievor in der Hauptsache im Inland bleiben, dem Inland zugute kommen,haben sich seit den Einzahlungen auf die dritte Kriegsanleihe erneutz|u starker Kapitalbildung verdichtet. Die Entlastung der Dar-lehnskassen, der günstige Stand der Reichsbank, die Entwicklungdes Depositenstandes bei den Banken und die Einlagen bei denSparkassen legen davon Zeugnis ab.

lieber unsere Sparkassen speziell darf ich auch heute einigeZahlen geben. Während in Frankreich die Kassen durch den Kriegerhebliche Einbussen erlitten haben, zeigen sie bei uns eine aus-gezeichnete Entwicklung. In Frankreich ist die Zahl der Ein-leger im Jahre 1915 leicht zurückgegangen. Dagegen ergab beiuns eine bei den Sparkassen in grossen Städten und Industrie-gebieten veranstaltete Umfrage für das Jahr 1915 eine Zunahmeder Sparkassenbücher also nicht der Einlagen, sondern derSparkasseneinleger von 5 999 000 auf 6 280 000 Stück. Das ist einZugang von 280 000 neuen Sparkassenbüchern, ein Zugang, derabsolut und proportional grösser ist als jemals ein in Friedens-zeiten erreichter Zugang.

Was den Betrag der Einlagen betrifft, so haben die Spar-kasseneinlagen in Frankreich seit Kriegsausbruch einen Rückgangvon 280 Millionen Franken erfahren. Bei uns brachte das Jahr1914 und das Jahr 1915 zusammen einen Zugang, der auf 4 Mil-liarden 600 Millionen Mark zu berechnen ist. Davon sind etwa