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so zu gestalten, dass sie ihrer grossen und schweren Aufgabe ge-wachsen sein werden. Ausdrücklich möchte ich hier bestätigen,dass fax die zu treffenden Entscheidungen im weitesten Masse diesachkundige Beratung der kommunalen Behörden, der Handels-,Gewerbe-, Handwerker- und Landwirtschaftskammern und der Be-rufsorganisationen von, Arbeitnehmern und Arbeitgebern heran-gezogen werden soll.
Aber neben den entscheidenden Organen bedarf es einesSystems von Beschwerdeinstanzen, bedarf es eines Rechtsschutzesfür diejenigen, die durch Ausführung dieses Gesetzes in ihrerpersönlichen Freiheit beschränkt und in ihrem Vermögen viel-leicht geschädigt werden. Solche Besch werdeinstanzen sind jnden von den verbündeten Regierungen gebilligten Richtlinien vor-gesehen. Ueber die Aufnahme des Rechtsschutzes in das Gesetzund über seinen Ausbau werden die verbündeten Regierungen mitsich reden lassen.
Meine Herren, zu den weitergehenden Wünschen, die in derVorbesprechung des Gesetzentwurfs im Reichshaushaltsausschusshervorgetreten sind, kann ich in diesem Augenblick namens der ver-bündeten Regierungen noch keine Stellung nehmen. Ich hoffeaber, dass aus Ihren Beratungen eine Gestaltung des Entwurfshervorgehen wird, die die Zustimmung der verbündeten Regierungenfindet, die die grossen Zwecke des Gesetzes sicherstellt und dieunvermeidlichen Härten, die ein solcher Eingriff in die persön-lichen und wirtschaftlichen Verhältnisse zur notwendigen Folgehat, auf ein Mindestmass einschränkt — ein Entwurf, der schliess-lich auch die Zustimmung des deutschen Volkes findet, an das ersich mit seinen grossen Anforderungen wendet, des deutschenVolkes, das in ernster Zeit nie versagt hat, wenn das VaterlandHingabe und Opfer von ihm verlangte.
Meine Herren, wenn diese Erwartung sich erfüllt, dann werdenwir mit diesem Gesetz ein Gewaltiges zum Siege beitragen.
Und nun, meine Herren, lassen Sie mich Ihren Blick auf dasGanze lenken. Das gewaltige Aufgebot, zu dem das deutsche Volkdurch dieses Gesetz aufgerufen wird, geht nicht hervor aus Be-drückung und Kleinmut, wie mancher unserer Gegner es darstellenmöchte. Nein, meine Herren, im Gegenteil, die Stimmung, aus der