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Reden und Aufsätze aus dem Kriege / Helfferich
Entstehung
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treulich, dass die günstige Entwicklung der Säuglingssterblichkeit,von der ich vor einiger Zeit in der Kommission schon berichtenkonnte, eine weitere Fortsetzung erfahren hat. Die Geburten haben,wie bereits hervorgehoben wurde, durch die Abwesenheit vonMillionen von Männern im besten Lebensalter draussen im Feldeallerdings stark abgenommen. Aber die Zahl derjenigen Säuglinge,die im ersten Lebensjahre, auf hundert Lebendgeborene berechnet,gestorben sind, hat den Rückgang, von dem ich damals sprach,weiter fortgesetzt. Es liegen mir für die Städte mit mehr als 15 000Einwohnern die Gesamtzahlen für 1916 vor. Danach hat die Kin-dersterblichkeit in diesem Sinne also Gestorbene im erstenLebensjahre auf hundert Lebendgeborene 13,3 betragen gegen14,4 im Jahre 1915 und 15,5 im Jahre 1914. Also von 1914 auf1916 ein Rückgang von 15,5 auf 13,3! Die Säuglingssterblichkeitist heute günstiger, als sie es jemals in einem früheren Jahregewesen ist. (Zuruf!) Die prozentuale Säuglingssterblichkeit, alsoauf 100 Lebendgeborene berechnet! Ich glaube, wir sollten nichtdaran kritteln, sondern sollten uns darüber freuen, dass es so ist.

Meine Herren, ich habe über die Notwendigkeit gesprochen,alles, was wir an Arbeitskräften besitzen, verfügbar zu machenunter Zurückstellung von Rücksichten, die wir in Friedenszeitengenommen haben und selbstverständlich im Frieden wieder nehmenwerden. Auf Grund dieser intensiven Anspannung und plan-mässigen Konzentration unserer Arbeitskräfte ist es uns gelungen,bisher durchzuhalten, und wird es uns auch weiter gelingen. AufGrund dieser Konzentration der Arbeitskräfte ist es uns gelungen,unserem Boden die Früchte abzuringen, die wir für unsere Er-nährung brauchen, und ist es uns gelungen, diejenigen Kampf-mittel zu schaffen und unserer Streitmacht zu Wasser und zuLande zur Verfügung zu stellen, die wir brauchen, um den Feindzu schlagen und den Sieg zu gewinnen. Aber wir wollen uns auchhier keiner Täuschung hingeben. Die Riesenaufgabe, die uns dasSchicksal gestellt hat, wird mit der Dauer des Krieges nichtleichter, sie wird schwerer. Der Krieg stellt fortgesetzt wachsendeAnsprüche an unsere Arbeitsleistung und an das, was wir anOpfern und an Entbehrungen tragen müssen. Ich bin felsenfestüberzeugt, wir werden es schaffen. Aber es wird knapp sein.