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dass Getreide in nennenswerten Mengen vom Auslande zu unsin den nächsten Jahren wird hereinkommen können.
Danach werden wir unsere Wirtschaftspolitik jetzt schon ein-zurichten nahen; danach werden wir die Heranziehung zur Arbeit,die Wirtschaftspläne und alle diese Dinge zu gestalten haben.
Meine Herren, ich wende mich von der Landwirtschaft zurIndustrie. So schwer die Verhältnisse sind, unter denen unsereIndustrie zu arbeiten hat, so darf man doch von ihr sagen, dasssie die Erwartungen, die man auf sie setzen konnte, in vollemUmfange erfüllt hat. Auch hier ist von Unternehmern und Ar-beitern alles geschehen, was im Bereich menschlicher Kräfte liegt.Die Verhältnisse haben das nicht erleichtert. Vor allen Dingensind ins Gewicht gefallen, gerade während der letzten Monate,die Erschwerungen in den Transportverhältnissen.
Die Transportschwierigkeiten haben Veranlassung zu Angriffenund Vorwürfen gegeben, die erhoben worden sind gegen die Leitungunseres Eisenbahnwesens. Diese Vorwürfe, meine Herren, sindunberechtigt. Bedenken Sie bei der Prüfung der Verhältnisse dieRiesenaufgaben, die auf dem Gebiet der Eisenbahnen ein balddreijähriger Krieg, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat,gerade für uns Deutsche, deren Fronten nach Osten und Westenweit in das Feindesland hineinreichen, gestellt hat! Unser ganzesFeldeisenbahnwesen beruht doch schliesslich auf der Friedens-organisation unserer Staatseisenbahnen. Unsere Staalseisenbahn-verwaltungen haben für die Kriegszwecke zur Verfügung gestellt,was sie nur irgend zur Verfügung stellen konnten, nicht nur |derAnzahl von Lokomotiven und Waggons nach, nicht nur der Anzahlder Arbeitskräfte nach, die freigegeben worden sind, sondern auchin anderen Dingen. Sie wissen, dass aus den Lokomotiven diekupfernen Feuerbuchsen herausgenommen und durch eiserne er-setzt worden sind. Dass diese nicht so lange halten wie kupferne,konnte und musste man sich sagen. Sie wissen, dass wir miteinem Schmieröl zu arbeiten haben, das an Qualität das Schmieröl,an das wir in Friedenszeiten gewohnt waren, nicht entfernt er-reicht, das alles Material sehr viel stärker strapaziert. Dazu wares zeitweise noch überaus knapp. Sie wissen, dass fortgesetztdie grössten Truppenbewegungen von Ost nach West und von West