— 297 —
gezahlt werden. Die Gesellschaften müssen die notwendigen Kräfteheranziehen, und wenn sie sie nicht billig bekommen, dann müssensie eben gelegentlich etwas zulegen.
Meine Herren, ich weiss, dass es dafür Grenzen gibt, dienicht überschritten werden sollen; es mag sein, dass diese Grenzengelegentlich überschritten worden sind. Aber im grossen Ganzenmöchte ich doch glauben, dass die Kriegsgesellschaften sich inner-halb dieser Grenzen gehalten haben.
Was dann weiter die Mieten anlangt, meine Herren, so sindsämtliche Kriegsgesellschaften darauf angewiesen, im engsten Zu-sammenhange mit denjenigen Reichs- und Landesbehörden zuarbeiten, die ihrerseits auf dem Gebiete der Gesetzgebung undVerordnung die Dinge zu behandeln haben. Wir können die Ge-schäftsräume nicht hinausverlegen an die Peripherie und in dieVororte; das würde den Geschäftsgang ausserordentlich erschweren.Dann kommt ein weiteres hinzu: wenn heute ein Raum für einebestehende Kriegsgesellschaft gesucht werden soll, oder für dieErweiterung einer Gesellschaft, so unterschätzen Sie die Schwie-rigkeiten nicht! Die Häuser müssen in ihren räumlichen Ab-messungen und ihrer Einteilung dazu geeignet sein; sie müssenvor allem mit einer unentbehrlichen Einrichtung versehen sein,mit dem Telephon, und zwar nicht mit einem einzelnen für hundertund mehrere hundert Beamte, sondern in den meisten Zimmernmüssen Telephone sein. Nun installieren Sie heute einmal Telephonein Häusern, wo keine Telephonleitungen liegen oder wo nur einbis zwei Telephonanschlüsse bestehen I Das können Sie heutein Kriegszeiten gar nicht machen; Sie bekommen einfach dieLeute nicht und das Material bestenfalls nach langer Verzö-gerung. Auch auf solche Dinge muss Rücksicht genommen werden.Diese Verhältnisse erklären es, wenn Hotels für Kriegsgesellschaftenbesonders geeignet sind. Es liegt doch schliesslich auch so, dassdie Reichsbehörden selbst und die grossen Privatunternehmungen,die im Zentrum von Berlin ihren Sitz haben, nicht rein aus Ver-gnügen am Geldausgeben hier im Zentrum sitzen, sondern weiles aus geschäftlichen Gründen zweckmässig ist und weil die hohenKosten, die mit diesem Domizil verbunden sind, sich schliesslichdoch bezahlt machen. Ich hoffe, dass Idas auch bei den KriegsgesellSchäften der Fall sein wird.