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Im übrigen dürfen Sie sich darauf verlassen: ich werde imVerein mit dem Herrn Reichsschatzsekretär darauf hinwirken, dassdie sparsamste Wirtschaft an allen Stellen durchgeführt wird.
Wenn ich nun, meine Herren, hier in dieser Weise für dieKriegsgesellschaften eintrete, so verkenne ich keinen Augenblick,dass sie eine Geburt der Not sind, und ich werde von Herzen frohsein, wenn der Tag gekommen sein wird, wo wir die letzte Kriegs-gesellschaft liquidieren können. Das Einspannen des gesamtenwirtschaftlichen Lebens eines Volkes von 65 Millionen in einZwangssystem, wie es durch die Verhältnisse notwendig gewordenist, bringt auf der ganzen Linie die grössten Erschwerungen mitsich, die nur erträglich sind auf Grund der zwingenden Verhält-nisse des Krieges. Je früher wir diese Fesseln wieder abstreifen,je früher wir dem privaten Unternehmungsgeist wieder freienSpielraum geben können, desto besser!
Trotzdem, meine Herren, glaube ich, dass wir aus den Er-fahrungen, die wir mit den Kriegsgesellschaften und in der Arbeitmit den Kriegsgesellschaften gemacht haben, manches Nützlicheauch in die Friedenszeit mit hinübernehmen werden. UnsereBeamten haben sich daran gewöhnt, mit Leuten aus dem prak-tischen Wirtschaftsleben viel intensiver, als es bisher der Fallwar, in unmittelbare Berührung zu kommen und zu arbeiten. Ichhoffe, die Vorteile werden auf beiden Seiten liegen. Jedenfallshabe ich den Eindruck gewonnen, dass diese gemeinschaftlicheArbeit eine ausgezeichnete Schule für unsere Beamten gewordenist. Ich hoffe, dass diese Schulung auch für die Friedenszei.tvorhalten wird. Ich rechne bestimmt damit, dass wir in Friedens-zeiten in stärkerem Masse, als das in der Vergangenheit derFall war, die Kräfte des praktischen Wirtschaftslebens auchfür die staatlichen Aufgaben werden nutzbar machen können.
Meine Herren, mit ähnlichen Schwierigkeiten wie bei derFrage der Kriegsgesellschaften hängen ja auch alle Klagen zu-sammen, die speziell auf dem Gebiete des Ein- und Ausfuhr-wesens hier laut geworden sind. Einfuhr und Ausfuhr haben jabeide schon durch die blosse Tatsache des Krieges, durch dieSperrung der Grenzen usw. ganz ausserordentlich gelitten. Wirhaben alles getan, um die Ausfuhr nach Möglichkeit aufrecht zu