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Zahlen zurückverfolgt habe, waren die Bestände auch nur annä-hernd so gering wie in diesem 1 Jahr. Mr die Bestände an Mais giltdasselbe. Einem Vorrat von 1138 000 Busheis am 1. März 1916,stehen in diesem Jahre nur 789 000 Busheis gegenüber.
Die ausserordentliche Knappheit der Vorräte spitzt sich zurPanik zu. Die Preisbewegung in den letzten Wochen ist geradezuphantastisch. Mais, der in Chicago Anfang Januar 1917 noch95 cts. notierte, stieg bis Anfang April auf 127 cts., und bisizum 25. April weiter auf 148 cts. Weizen in New York, der im Juli1914 sich auf 87y 4 cts. stellte und Anfang 1917 bereits auf 19ly 2 cts.angekommen war, stieg Anfang April auf 229 cts. und notierteam 25. April gar 281 cts. — drei und einhalb mal so viel! wieim Frieden! In deutschem Geld zum Friedenskurs bedeuten die281 cts. etwa 440 Mk. pro Tonne, zum jetzigen Dollarkurs etwa580 Mk. pro Tonne.
So sieht das Gebiet aus, das England in dem von ihm selbstfreventlich begonnenen Hungerkrieg helfen soll!
In England selbst werden über Einfuhren und Bestände vonGetreide keine Ziffern mehr veröffentlicht. Ich kann aber folgendessagen:
An dem letzten Tage der Bestandsveröffentlichung, am 13.Januar 1917, betrugen die sichtbaren Weizenbestände Englands 5,3Millionen quarters gegen 6,3 und 5,9 Millionen quarters in den beidenVorjahren. Vom Januar bis zum Mai und Juni tritt regelmässigeine starke Verringerung der Bestände ein, die Zufuhren deckenin diesen Monaten auch in normalen Jahren nicht den Verbrauch.Im Juni 1914 und 1915 betrug der sichtbare Bestand nur nochrund 2 Millionen quarters, das entspricht einem Bedarf von knappdrei Wochen.
Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass in diesem Jahresich die Dinge günstiger entwickelt haben sollten. Dafür sprechendie noch veröffentlichten Einfuhrzahlen des Januar. Die Einfuhran Brot- und Futtergetreide — ich nehme angesichts der englischenStreckungsvorschriften alles zusammen — betrug nur 12,6 Mil-lionen quarters, gegen 19,8 und 19,2 in den beiden Vorjahren.
.Für den Februar verzeichnet die englische Statistik eine Stei-gerung des Einfuhrwertes der unbenannten Einfuhrmengen der