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Reden und Aufsätze aus dem Kriege / Helfferich
Entstehung
Seite
332
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Ideal, von dem die Welt leider noch weit entfernt ist. MeineHerren! Gerade weil wir wissen,, dass Herr Gerard sich ernstlichbemüht, das deutsche Volk zu verstehen, haben wir es begrüsst,dass er nach mehrjährigem Aufenthalt mitten in dem grossenKriege für kurze Zeit seine Heimat besucht hat, dass er (dortGelegenheit gehabt hat, mit dem lebendigen Wort an den mass-gebenden Stellen seiner Heimat zu schildern, was er von unseremLand und unserem Volk in der schweren Prüfung dieses Kriegesgesehen hat. Wir haben nichts zu verbergen. Fest und zuver-sichtlich stehen wir im Sturmesbrausen des 30. Kriegsmonats.Wir können nur wünschen, dass durch die Nebelschleier vonNachrichtensperre und Pressenstellung alle Welt uns sieht, wiewir sind und denken, wie wir kämpfen und wie wir arbeiten.Dann stünde es besser um die Aussicht auf Frieden!

Meine Herren von der American Association of Commerceand Trade! Sie sinld Kaufleute, deren Lebensarbeit dem fried-lichen Handel zwischen den beiden grossen Völkern gewidmet ist;Sie sind Kaufleute, die seit langen Jahren unter uns leben, unddenen unser Land wie Ihr Herr Vorsitzender ausgeführt hatzur zweiten Heimat geworden ist; zur zweiten Heimat, der Sieauch jetzt in dieser Kriegszeit treu geblieben sind, und der Siein Werken der Nächstenliebe, trotz all der mannigfachen Er-schwerungen, viel Liebes und Gutes erwiesen haben. Wir sindIhnen dafür von Herzen dankbar.

Meine Herren! Sie haben das deutsche Volk, das Sie jetztim schwersten Ringen um sein nationales Dasein und seine na-tionale Zukunft sehen, in friedlichem Schaffen kennen gelernt.Sie wissen, dass unser einziger Ehrgeiz war, im friedlichen Wett-bewerb der Völker durch Arbeit und Tüchtigkeit uns emporzu-ringen, durch Hebung unseres geistigen, sittlichen und wirtschaft-lichen Standes uns unseren Platz in der Welt zu gewinnen und zubehaupten.

Sie haben den Aufstieg unserer Wirtschaft miterlebt. Siehaben die Ziffern unserer nationalen Erzeugung und unseres Han-dels sich entwickeln sehen in Progressionen, die nur in Ihreramerikanischen Heimat erreicht worden sind. Sie haben dabeimit uns die Wahrnehmung gemacht, dass die wachsende Wirt-