DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. I. DIE LINIE DES ERFINDERS.
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I. Belege zu der I. Tafel über (H) friele zu dem Gänsefleische,
j. v »ion ric^n der Stammvater des Gefchlechts.
die Familie GÄNSFLEISCH. Nach Angabe desj.M. z. Jungen war er bereits
1. Die Linie des Erfinders, im Jahre 1330 Ratherr zu Mainz (F. G.Ch. III,f.389’). In 1331 bezeugt Herr Fryl zum Genfefleifch, als Erßer nach den Rittern, den Lehn-brief über die Vogtei zuVilzbach für die Stadt Mainz (Schaab, E. B. II, S. 137). Am 10. April1331 und am 8. Januar 1332 wird ein Backhaus auf dem lojcher Hofe, gegenüber derScheuer des Frilo z. G., erwähnt (Baur, Heff. Urkunden III, N. 995 u. *); ebenfo im Jahre1346 (Baur, Heff. Urk. III, N. 239* u. 240). Audi im Käßrich befaß Fr. z. G. eine Scheuerund zu Hechtsheim Grundftücke, die dem Stephansftift grundzinspflichtig waren (Zins-regißervon ca. 1340 im Darmftädter Archive). Am 27. Januar 1332war er der erfte Bürgernach den Rittern in dem langen Verzeichniffe der wegen der Zerftörung der Klößer Ge-ächteten (Würdtwein, Diplomataria Mag., S. 480). In der Sühne zwifchen dem altenRathe und der Gemeinde war er der achte in der Reihe der vierundzwanzig Rat-herren (Die Chroniken der deutfchen Städte XVII, S. 9). Bei dem Mainzer Tumult am13. November 1332 fah ein Zeugein Herrn Frielen Hof zum Genfefleifche diefen felbft undfeine Kinder, Pfaffen und Laien, gewappent fitjen, die Helme vor fich geteilt (Schaab,E. B. II, S. 146). Aus der Anfprache der 129 jungen Gefchlechter erhellt, daß Friele z. G.bei diefem Tumult fein Vieh und Anderes verlor, obgleich er felbft mit dem Kriege nichtszu thun hatte; während allerdings zwei feiner Söhne (Henne und Peter) unter den 129 waren(Die Chroniken der deutfchen Städte XVIII, S. 21 u. 31). Aus zwei Urkunden vom 14.No-vember 1337 erhellt, daß Friele von feinem bereits verftorbenen Sohne Johann zwei er-wachfene Enkel hatte, daß er alfo damals ein bejahrter Mann war. Am 28. Dezember1338 bezeugt Fr. z. G., als Erfter von drei Mainzer Ratsherrn, famt feinem StieffohnPetrus v. Oppenheim, Bürger zu Mainz, ein Notariatsinftrument (Schaab, E. B. II, S. 163).Am 11. März 1339 war der weife Mann Fr. z. G. einer der beiden Vertreter der Stadtund des Rathes in der Sühne mit dem Domftift (Baur, Heff. Urk. III, N. 1111). In derZeugenreihe einer Sühne zwifchen zwei Mainzer Klöftern vom 18. Juni 1339 erfcheintHerr Fr. z. G. als Erfter hinter dem Kämmerer und Schultheißen (Schaab, E. B. II, S. 159).Am 5. Juni 1344 bezeugte Fr. dictus z. G., hinter Petrus g. z. Waldertheimer, Ratsherrnzu Mainz, ein Notariatsinftrument (Copialbuch von St. Agnes im Darmftädter Archive,N. 183; Schaab, E. B. II, S. 166, m. falfchem Datum). Am 5.Juli 1346 bezeugt Herr Fryl z. G.,als Erfter hinter Kämmerer und Walpod, vor vier andern Ratsherrn, den Verkauf derVogtei in Aftheim (Köhler, E.G.,S. 178).Eine Urkunde vom28. September 1348 bezieht fichoffenbar bereits auf einen gleichnamigen Sohn (II5), da darin ein Ratherr Friele z. G. erftals vierzehnter unter fechsundzwanzig fteht (Senckenberg, Selecta juris et hiftoriarum. II,S.132). Friele ftarb vor dem 6.Juni 1352, wie ausdem hanauifchen Lehnrevers feines SohnesPedirman (1.4) erhellt. Danach hatte er felbft bereits diefes hanauifcheLehen von 6 Pfd. Geldgetragen. (Reimer, Heff. Urkundenbuch, II Abth., 3. Band, N. 53). Er muß ein fehr hohesAlter erreicht haben. Verheirathet war er mehrmals, wie aus der Wiederholung des Vor-namens Friele unter feinen Kindern erhellt. In le^ter Ehe hat er wahrfcheinlich einWitwegeheirathet, deren Sohn aus früherer Ehe, der Mainzer Bürger Peter v. Oppenheim, zumJahre 1338 oben bereits erwähnt wurde. In den Belegen zu II6 habe ich die Gründe erörtert,welche dafür fprechen, daß fie von Geburt einem Gefchlecht von Sorgenloch angehört hat.