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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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G. FRHR . SCHENK

Das fchöne Siegel Frieles ift auf der Siegeltafelzu VI, Taf. 3, unter N. 1 abgebildet worden.Es trägt die Umfchrift: f S. FRILO DICT RAFIT CIWES DE MAGVCIA. Ueberdiefen Namen und die näheren Umgände der Siegelung vergleiche man die Ausfüh-rungen bei VI und die Belege zu 14.

(12) FRIELE genant zum G., Sohn Frieles (11). Er wird nur ein Mal als Canonicusdes St. Petersftifts vor Mainz erwähnt, als er, in feiner Gegenwart, am 21. Augufbl333zum Tegamentsvollftrecker des Pfarrers v. S. Maria in Udenmünfter beftellt wurde.(Sauer, Naffauifches Urkundenbuch I, 3 Abth., N. 2008, aus Copialbuch v. St. Peter imDarmftädter Archiv, II, N. 210). Da Friele einen gleichnamigen Bruder hatte, und als Tega-mentsvollftrecker eines Pfarrers wol ein gereifter Mann war, fo nehme ich an, dag diefergeiftliche Sohn aus erfter Ehe des Vaters ftammte. . ..

(13) JOHANN (Henne) zum G., Sohn Frieles (11). Johann war im Jahre 1332 mit feinem,Bruder Peder an der Vereinigung und dem Auszug der 129 jungen Leute von den Ge-jchlechtern aus Mainz betheiligt (gehe 11). Am 14. November 1337 war er bereits ver-dorben, und zwar mit Hinterlaffung zweier, bereits handlungsfähiger Kinder. (Schaab,E. B. II, S. 155 u. 157). Damals wird er ausdrücklich als Sohn des Frilo zu dem G,bezeichnet. Man wird alfo feine Geburtszeit auf ca. 1285^-1290 anfetjen können.

(14) PETER (Peterman) zu dem G., Sohn Frilos'fl 1). 1332 war er unter den 129jungenvon den Mainzer Gefchlechtern (gehe 11 u. 3), wo er als.Bruder Johanns (13) bezeichnetwird. Im Jahre 1350 ftellt die Stadt Wetzlar einen Schuldbrief über 50 fl. jährlicher Gültean den Mainzer Bürger Peter zum G. aus. Ebenfo 1355' über 25 fl. an denfelben unddeffen Sohn von feiner Hausfrau Greda. (Aus Wet^larer Archivalauszug bei Fichard,G. G., v. Sorgenloch , A 2). Der weitere Verlauf diefes Wetjlarer Schuldverhältniffeswird geh bei diefem feinem Sohn (110) ergeben. Am 6. Juni 1352 ftellt Pedirman zumG., felgen Frilen Son z. G., Bürger zu Mainz, dem Ulrich Herrn zu Hanau einen Lehn-revers aus, über 6 Pfd. Geld, das fein feiger Vater bisher gehabt habe, und das nun aufihn erftorben fei. Er fetjt dem Lehnsherrn dafür fein Gadern zu Unterpfand, unweitder Thüre zur Mainzer Münze gelegen. Wenn er außerhalb Mainz eine gleiche Rentemit 60 Pfd. Heller erwerbe und dem Lehnsherrn auftrage, fo folle fein Gadern wieder ledigfein. Er begegelt die Urkunde mit feinem Ingeggel. (Reimer, Hefgßhes Urkunden-buch, II Abth., 3. Band, N. 53; von mir mit dem Marburger Original verglichen). Dasanhängende Siegel ift zwar fehr.verdrückt; es lieg geh aber doch mit aller Beftimmtheitermitteln, dag es das Siegel unter Nr. 1 der Siegeltafel ift, das noch in zwei anderen, beffererhaltenen Exemplaren vorhanden.* Da auf der Umfchrift diefes Siegels der Inhaber alsFrilo bezeichnet wird, fo bleibt nur dieAnnahme, dag es geh um denSiegel-Stempel des kurzvorher verftorbenen Vaters Frilo (11) handelt. Im Januar 1356 war Pedirman als einerder vier Mainzer Schöffen thätig (Schunk, Beyträge zur Mainzer Geßhichte III, S. 291).Am 8. November 1357 wurden Peterman zum Jungen und Peterman z. d. G., feinSchwager, von Adolf und Johann Grafen z. Naffau mit der Au gegen Ginsheim überbeliehen, wie ge Katherine zu dem Schwane inne gehabt habe. Diefer Lehnbrief fei zuPalmarum 1359 von Kaifer Karl beftätigt worden (z. Jungen F. G. Ch. III, f. 391). ImJahre 1358 kommt er als Begtjer eines Gaderns zu Mainz vor, das neben dem feines BrudersClas lag (gehe II1). Am 13. September 1370 (uhnten geh Pedirmann z. G. und Nefezum Jungen, Pedirmans zum Efelweck Tochter, und Pedirmans z. G. Hausfrau, einer-

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