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die Mitte, die hohe Au und die Au gegenüber Ginsheim — beliehen (Revers im Wies-badener Staatsarchiv u. Akten über die Rheinauen). 1432 erhielt er, nach vorgängigemVergleich, das Eppßein-Dietjifche Lehen (z. Jungen, F. G. Ch. I, S. 960, u. Köhler, E. G.,S. 75). Am 13. Jan. 1437 empfängt er für Emmerich Keßler v. Saulheim eine MainzerLeibgedingsgülte (Mainzer Stadtrechnung von 1436/37 im WürzburgerKreisarchive, f. 341).Am 17. Januar 1437 refignirt er dem Erzbifchof das zu feinem Lehen gehörige Haus Meren-berg (Würdtwein, Bibliotheca Mog., S. 228). Im felben Jahre noch fcheint er verdorbenzu fein, jedenfalls vor Juli 1438 (Schaab, E. B. II, S. 233). Peter wohnte fpäter zuBodenheim (Fichard, G. G., z. Jungen N. 155, II DI); im Jahre 1431 wird er als zuUdinheim wohnhaft bezeichnet (Copiar v. St. Peter II, N. 38 im Darmftädter Archive).Peter war mindeßens zwei Mal verheirathet. In erßer Ehe angeblich mit einer Annazum Jungen, Tochter Peters zum Juckel, wofür uns indeffen genügende Beweife nichtvorliegen (Fichard, G. G., N. 155, I Z 3). Dagegen muß ein Eintrag im Seelbuche desMainzer Liebfrauenßifts von 1402/3 (Mainzer Stadtarchiv, f. 25’): Item domicilia Seele,quondam uxor Petri zum Genfefleyfch, legavit pallium R. 4 */ 2 flor., hierher bezogenwerden. Aus diefer 1. Ehe ßammt feine vor ihm verdorbene Tochter Kette (II15). In2. Ehe war er vermählt mit Agnes v. Udenheim, der Mutter feiner Söhne, die fichnach feinem Tode mit Henne Adolf zur jungen Aben, dem Witwer feiner Tochter Kette,wieder vermählte, und 1459 verßarb. Diefe auffällige Ehe des Schwiegerfohnes Petersmit der Stiefmutter feiner erßen Frau wird durch eine Urkunde von 1452 außer Zweifelgeftellt (Lagerbuch des Mainzer Dominikanerconvents auf der Mainzer Stadtbibliothek,f. 23’ u. Fichard, G. G., N. 106, V ! 3). Am 8. März 1439 wurde der Mompar und Mutter-bruder feiner unbenanten unmündigen Kinder, Hans v. Udenheim, mit dem Eppßein-Dietjijchen Lehen beliehen (J. E. v. Glauburgs Auszüge im Darmftädter Archive).
(II12) JAKOB (Jeckel) Gänsfleifch, Sohn Hennes (II6), Schulmeifter zu St. Victorvor Mainz, Paftor zu Ginsheim und Roßdorf. Ein Jakob genant G. wurde 1399 inHeidelberg immatriculirt (Toepke, die Matrikel der Univ. H. I, 71). 1411 fteht Jakobmit feinem Vater Henne und feinen Brüdern in dem MainzerVerzeichnis. Er wird da-mals bereits als „der Paftor“ bezeichnet (Die Chroniken d. deutfchen Städte XVII, S. 47).Er war nämlich Pfarrer zu Ginsheim ( Köhler E. G., S. 55. Schuldbuch des Henne z.Jungen im Frankfurter Stadtarchiv an verfchiedenen Stellen.) Im Jahre 1426 war erCanonicus zu St. Victor (Mainzer Stadtarchiv, Urkunden, IV, 185). Er pachtet damalsvon der Dompräsenz das Haus zum Schreibhaufe auf dem Leichhofe. Unter den lofenSiegeln aus der Sammlung Bodmanns findet (ich eins, das nach dem Vermerk Bodmannsan diefer Urkunde gehangen zu haben fcheint. Es zeigt Schild und Helm mit demPilger. Im Schilde finden fich aber, als Neuheit, Beizeichen, die wahrfcheinlich Kreuzedarftellen follen. Die Umfchrift lautet: f. jctcob jjenffleyfcf). 1433 war er zum Scholafterv. St. Victor aufgerückt (Joannis, script. rer. Mog. II, S. 634). Als folcher befchwert er fich1437 bei der Stadt Frankfurt über die Gräfin Margaretha von Naffau und ihren SohnJohann, die ihm, von feinem Vater ererbte, Schuldbriefe feit langer Zeit nicht halte.Diefes Schreiben iß mit einem anderen, nur den Schild enthaltenden Siegel verfehen(Frankfurter Stadtarchiv, Reichsfachen, N. 3627). Der in Frankfurt diefem Schreibenbeigefügte Inhaltsvermerk nennt den Jacob nicht Schulmeißer, fondern Paßor. Im felbenJahre wird ein Jacob G. als Paßor zu Roßdorf und Bruder des Jorge G. bezeichnet