110
Mainz I, S. 300). Der Kaufbrief vom 24. Januar 1575 über den nördlich angrenzendenDrudehof, der damals von den Kindern des verdorbenen Daniel Dechant auf den Kranen-meißer Gerhardt Ebersheimer für 2440 fl. überging, betätigt diefe Daten. Er bezeichnetals oben (rheinaufwärts) angrenzend: das Erb und Hauß zum Rebßock, unten den MeißerHanß Haffellochen, hinten die Behaufung zum Korb. Es gab alfo damals keinen Hofzur Lade mehr: er war mit dem Hofe zum Rebßock vor 1568 vereinigt worden (Mainzer Borgationsbuch pro 1574 und 1575 im Darmßädter Archive, f. 206).
Die drei Hofreiten Quintinsgaffe 12, 14 und 16 zufammen bieten genügend Raum fürden Sitj eines der alten Mainzer Ratsgefchlechter. 1
C. Der Hof zu Gutenberg, An anderer Stelle bereits (S. 82) iß darauf hingewiefen(Chriftophftraße N. 2). worden, daß der fpätere Zuname des mainzifchen
Nebft einer genealogirdien Tafel über die Kämmerer- Gefchlechts zum Thurm (ich auf feineEigentümer des Hofes im Mittelalter. Burg bei Kreuznach bezieht, nicht aber auf diegleichnamige Hofreite Gutenberg in der Stadt Mainz . Diefe war vielmehr, ausweislichder Urkundenbeilage X, II, früher in jüdifchen Händen gewefen. Wie und wann fiedaraus in den Befit} zweier der angefehenßen Mainzer Gefchlechter gekommen iß, läßtfich nur vermutungsweife feftßellen. 2
Vor der großen Verfolgung des Jahres 1349 war faß die ganze Umgebung der St.Chrißophskirche in jüdifchem Beßtj. So zum Beifpiel auch das Haus Liebenzell , nebendem Hofe Gutenberg, und die gegenüber gelegenen Häufer zum Affen. Die Gegendhieß noch im Jahre 1464 „unter den Juden“ (Mainzer Ingroffaturbuch N. 30 im Würz-burger Kreisarchive, f. 259). Der größte Theil der verbrannten Judenhöfe wurde vonder Stadt Mainz in Beßtj genommen, und figurirt in deren Rechnungen noch langehinals „der Stedejuddenerbe.“ Darunter war aber der Hof Gutenberg nicht begriffen; nureine Scheuer, gegen Gudenberg über, wird genant, von der der Stadt 3 Pfd. zu Zinsfielen (Mainzer Bücher vermiedenen Inhalts im Würzburger Kreisarchive, N. 2, f. 75).Unter den Judenhäufern wird auch Seligeneck, gegenüber St. Quintin, in der Betjelsgaffeangeführt, deffenName man irrig auf Sorgenloch gedeutet hat (Siehe auch Schaab, diplom.Geßhichte der Juden zu Mainz , S. 60 u. Ge{ch- d. St. Mainz, I, S. 569).
Henne zum Jungen veräußerte im October 1391 den halben Hof zu Gutenberg unddie halbe, gegenüber gelegene, Scheuer an feinen Vetter Heinrich zum Jungen. Dabeiwird ausdrücklich erwähnt, daß Henne aus der Ehe feines Vaters mit Frau Kafele ßamme,und daß fein verßorbener, von ihm beerbter Bruder Heinrich auch Antheil daran gehabthabe (Urkundenbeilage X, II). DerVerkäufer, wie der Käufer, war Enkel des Heinrich zumJungen, Schultheißen zu Oppenheim , der im Jahre 1366 verßarb (Baur, Heff. Urk. III,N. 1292; Fichard, G. G., z. Jungen; zum Jungenfche Regifter und Genealogie etc. imDarmftädter Archive). Entweder muß diefer Vertrag von den Parteien felbß rüdegängiggemacht, oder durch die nächßen ErbendesVerkäufers angefochten worden fein: denn, wiefich durch die nachfolgenden Belege ergibt, findet fich fpäter diejenige Linie zum Jungen inBeziehung zum HofeGutenberg, der Kafele, dieMutter desVerkäufers von 1391, angehörte.
Im September 1392 find bei einer Rachtung, als Vertreter der St. Michelskapelle aufdem Kirchhof zu St. Chrißoph, thätig die erbaren Leute jeckei Schenkenberg und HenneGudenberg. Der Hof Gutenberg grenzt an den Kirchhof zu St. Chrißoph; Jeckel