258
in Drude ausging, war das Pfalterium von 1459, gedruckt zu Mainz mit folgenderSchlußfchrift:
Prefens pfalmorum codex: venußate capitalium decoratus, rubricationibusque fuffi-cienter dißinctus. adinuencione artificiofa imprimendi ac caracterizandi: absque vlla calamiexaracione sic effigiatus, et ad laudem dei ac honorem fancti Jacobi 7 eß confummatus,Per Johannem fuß ciuem maguntinum. et Petrum Schoifherdegernßheym clericum. Annodomini millefimo cccc. lix. xxix. die. menfis Augußi. 8
Um ßcher zu gehen in der Annahme, daß die Pfalterausgabe von 1459 als erße Auf-lage und nicht als zweite der Ausgabe von 1457 zu betrachten fei, habe ich eine Brevier-ausgabe, welche ausgefprochenermaßen eine bursfeldißhe iß, zumVergleich herangezogen.Der Orden ließ, wie angedeutet, 1496 bei Peter Drach ein Brevier (in Octav) für denHandgebrauch herßellen, in welchem felbßredend das Pfalterium vorkommt. Die Stifts-bibliothek von St. Gallen beßtjt ein Exemplar diefes jeljt äußerß feiten gewordenenBenedictinerbreviers und fandte es zum Vergleich nach Mainz. 9 Die hier erfolgteGegenüberßellung mitdem (der Stadtbibliothekgehörigen) Pfalterium von 1459 ließkeinenZweifel übrig, daß das letjtere den Zwecken der Bursfelder diente, da beide im Texteübereinßimmen. Diefer Drachfche Brevierdruck iß [chon um feines ihm vorgedrucktenBriefes des Sponheimer AbtesTrithemius vom l.Juli 1496 10 willen intereffant. Trithemiusnämlich äußert darin feine Freude über die Erfindung der Druckkunß (noßri germaninuper apud magunciacum 11 repererunt), lobt vor allen den Peter Drach , qui ßngulariindußria preditus et multa et varia nobis veterum monimenta formauit, tadelt die von denVätern der Congregation zu Köln in Druck gegebenen Bücher wegen ihrer Druckfehlerillud quod antehac imprimendum colonie patres noßri de capitulo annali mandarunt, quamplenum fit mendis nemo noßrum ignorat; Drach werde eventuell maiora 12 pro congre-gationis noßre Bursfeld, honore et utilitate drucken.
DieSchlußßhrift des Pfalteriums von 1459, verglichen mit der desPfalteriumsvon 1457,zeigt einen Unterßhied: „Gegenwärtiges Buch der Pfalmen ... ift vollendet worden 1457durch Joh. Fuft, Bürger von Mainz zu Ehren Gottes, ad eufebiam Dei — 1459 durch Joh.Fuß, Bürger von Mainz, und Peter SchöfFer von Gernsheim , Clerik, zum Lobe Gottesund zu Ehren des heil. Jacobus, ad laudem Dei ac honorem f. Jacobi.
Nunmehr erklärt ßch leicht der Zufatj, zu Ehren St.Jacobs: der Pfalter war beßimmtfür die Bursfelder, als deren Repräfentant das St. Jacobskloßer galt. Hiermit ßeht inVerbindung eine eigene Ueberlieferung in der Bibliographie, 13 daß die Koßen des Druckesvom Kloßer St. Jacob wären beftritten worden, wenigftens zum Theil.
Wir gehen nicht fehl in der Annahme, die Correctur habe in den Händen der Patresdes Klofters gelegen, wo nachweislich Ende der 60er Jahre Pater Adrian 14 für SchöfFersDruckerei und Verlag die Correctur im weiteßen Sinne beforgte.
Das Psalterium Peter Am letzten Tage des Monats Auguß 1490, alfo am 31ten,SrhnffprQ von 14QO erfchien eine zweite Auflage des Pfalters von 1459. Das
Papierexemplar, welches die Trierer Stadtbibliothek lautVermerk auf dem erften Blatte feit 1803 beßtjt, lag zum Vergleiche mit dem 1459erExemplar und mit dem bursfelder Brevier von 1496 (Drach in Speyer ) vor mir. Es ge-nüge zu fagen, daß diefe drei Drucke inhaltlich ßch decken, ße gehören der genannten