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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
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DIE MAINZER PSALTERIEN.

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Congregation an. Die Schlufjßhrift zeigt eine Aenderung, da es nicht mehr fpeziellin honorem f. Jacob i heißt, fondern im Allgemeinen ad honorem (ancti Benedicti:Prefens pfalmorum codex venußate capitalium decoratus, rubricationibusque ac notissufficienter dißinctus. adinuentione artificiofa imprimendi ac caracterizandi: absque vllacalami exaratione in nobili ciuitate Moguntina huius artis inuentrice elimatriceque primaJic effigiatus et ad laudem dei ac honorem fancti Benedicti per Petrum (choffer de gernß-heym confummatus. Anno domini M.cccc.xc. vltima die Augufti . 15

Das Psalterium Johann Unlängß konnte ich das dem Buchgewerbemufeum ino <..«> ici« Leipzig gehörende Pfalterium von 1516 vergleichen,

öcnotrers von lOIÖ. Schon der Titel:

Psalterium ordinis S. Benedicti de Observantia Bursfeldehgibt diefen Drude als ein Bursfeldjches Pfalterium an, was der Vergleich mit den voraus-gehenden Editionen weiter bewies. 16

Diefer Drude beruht auf dem Befchluffe eines Ordenskapitels von 1516: Quia divinagratia favente multa monaßeria ... funt reformata, quare nonnulla funt, que carent pfalteriis;ideoque.. preßdentes diffinitoresque cum unanimi consensu omnium patrum commiferuntvenerabili patri fancti Jacob i in Maguntia, quod faceret imprimi. Quod et fecit:unum in pergameno pro feptem florenis renenßbus, et in papiro pro femiduobus renens.Que habentur copiose in Maguntia pro Renenßbus et Suevis, in Erffordia pro Turingis,Saxonibus, Westvalis et Haffonibus. Volentes ergo comparare, poterunt se ad illa locadifponere cum pecuniis. Demnach follte für ein Exemplar auf Pergament ein Betragvon ßeben rhein. Gulden gegeben werden, für ein Papierexemplar anderthalb Gulden. Dierheinifchen und fchwäbifchen Klößer füllten ßch zu diefem Zwecke nach Mainz wenden,die thüringißhen u. f. w. nach Erfurt. 17

Das Psalterium Johann Werthvolle Ergänzungen bieten (chließlich drei Exemplareo , _ rr. . _ . des feit Madden faß als verfchollen betrachteten Pfalteriums

Schoners von 1515. von 1515 zu Prag> München und V erfaiiies.

Das Münchener Exemplar konnte zum Zwecke näherer Prüfung in liturgifcher Hinßchtin Mainz vorgelegt werden. Die Prüfung ergab Folgendes. Das Pfalterium von 1515nicht fpeziell ein Mainzer Pfalterium und deckt ßch nicht durchaus mit jenem von 1457und 1502, fondern ein Romanum, wie die unmittelbar vor Pfalm I ßehende Bemerkungauch fagt: pfalterium fecundum ufumromanum, wobei die Reihenfolge der Pfalmen genaumit jener in der Vulgata übereinßimmt. Diefes Pfalterium vereinigt die 150 Pfalmen, abernur diefe, ohne Antiphonen, ohne Kapitel, Verßkel, Refponforien, Gefänge. Den Pfal-men folgen die Cantica für ßch, diefen die Hymni für ßch, letjtere unter dem Titel: Hym-narius. So konnte allerdings der Druck für andere Bisthümer (mit ihren Eigenthümlidi-keiten in Antiphonen etc.) Verwendung finden:überall dienlich. Richtig bezeichnetder Titel den ganzen Inhalt:

Pfalterium Dauiticum cantica et hymni vbique deferuiens 1515.

Man kann diefe 1515er Ausgabe, weil nichtmonaßißher Natur, 19 immerhin den Aus-gaben von 1457 und 1502 zuzählen. FRANZ FALK.