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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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FRANZ FALK DIE MAINZER PSALTERIEN.

Anmerklinaen Unter Pfalterium vergeht man a) die 150 Pfalmen Davids in der Reihenfolge,o wie ße in der Vulgata vorliegt; diefe Art Pfalter bleibt hier ganz außer Betracht,b) diefelben Pfalmen, aber vertheilt auf die Horen des Breviers und neben den Cantica, Lectionen, Anti-phonen u. f. w. einen Theil des Breviers bildend.

2. Diefe fechs Ausgaben wurden als Chorbücher gedruckt, daher die großen fetten Typen, denn beimChorgebete lagen ße auf den Pulten der Chorßühle, und mehrere Chorbeter fahen von ihren Stühlenaus in ein und dasfelbe Exemplar. Das Darmßädter Exemplar befchrieben von F. W. E. Roth im NeuenAnzeiger für Bibliographie von Peßholdt 1886 S. 257.

3. v. d. Linde, Quellenforfchungen zur Gefch. der Erfindung der Typographie. Das Breviarium Romanum. 1884 S. 6.

4. Eine gründliche Erörterung der ganzen Reformbewegung gibt foeben Dr. Linneborn (Münßer) in denStudien und Mittheilungen des Bened. Ordens 1899 Jahrg. 20 S. 266: Die Bursf. Congreg. als folche;

S. 286 Beßimmungen über die Bücher der Congregation.

5. Noch im vorigen Jahrhundert befaß der Convent eine 1457er Edition. Schaab, Gefch. der Erfindung derBuchdr. I, 350.

6. Die St. Galler Incunabel 978 vereinigt Martyrol., regula, cerim. und ordinarius; Nr. 320 breviar. bursf.Spirae, Drach 1496.

7. Das J ließ, mit Unrecht, Würdtwein Bibliotheca Mog. p. 61 als Y.

8. Ueber ein wenig bekanntes Exemplar im Beßße des Grafen Wilh. v. Weßerholt-Gyfenberg auf SchloßFreyenthurm bei Klagenfurt in Kärnten vgl. Centralbl. IV, 321; es war ehemalsCarthuße Moguntinae1656. Das Exemplar der Mainzer Stadtbibliothek erwarb die Carthaufe 1655. Schaab S. 361.

9. Ich kenne bis jeßt nur das St. Gallener Exemplar. Roth, Gefch. und Bibliographie der Buchdruckereienzu Speier im 15. und 16. Jahrhundert, 1894 1. Hälfte, kennt diefen Drachfchen Druck nicht.

10. Der Incunabelncatalog von St. Gallen zu Nr. 320 ließ irrig mcccccxvj (1516) ßatt mccccxcvj (1496). Auf dasDruckjahr 1496 weiß fchon das Briefdatum 1496.

11. apud foviel als: in Moguncia.

12. Drach druckte fpäter ein Miffale Bursfeldenfe.

13. Schaab, a. a. O. S. 359 Anm. 2; v. d. Linde S. 65. Gercken, im dritten Bande feiner Reifen gibt an S. 53Note 10 wie folgt:Die Collegiatßifter in Maynz zu St. Alban und St. Victor beßßen ebenfalls die Aus-gabe des Codicis Pfalmorum vom Jahre 1459 mit eben derfelben Schlußfchrift, nur mit der verändertenFormel des Stiftspatronen, mithin liefet man in dem Exemplar zu St. Alban: ad laudem Dei ac honoremS. Albani und bey dem zu St.Victor: ad laudem Dei ac honorem S.Victoris, woraus man alfo klarßeht, daß die erßen Buchdrucker die Schlußformeln nach vorkommenden Umßänden verändert haben.Diefe Angaben leiden an innerer Unwahrfcheinlichkeit. Die Stiftsherren von St. Victor bedurften nichteines monaßifchen Pfalters; die von St. Alban (Ritterßift) wohl auch nicht, die Albaniter frißeten feit derStiftszerßörung 1552 ein kümmerliches Stiftsleben. Weder Gercken noch fonß Jemand fah je diefe Pfal-terien. Mit Recht werden Gerckens Angaben ins Reich der Dichtung verwiefen.

14. Centralbl. 1899 S. 233: Falk, Der gelehrte Corrector Adrian, O. S. B., der Peter Schöfferfchen Druckereizu Mainz.

15. Nähere Daten hierüber in Schaab, S. 536.

16. Befchreibung und Literatur in Roth, Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schöffer während des 16. Jahr-hunderts 1892 S. 36, 37.

17. Linneborn a. a. O. S. 291. Das Miffale wurde dem Nürnberger G. Stuchs in Auftrag gegeben 1497.

18. Das Prager Exemplar näher befchrieben in der Zeitfchrift für Bücherfreunde, 3. Jahrgang 1899 Dezember-heft S. 344; auf das Münchener lenkte Otto Hupp die Aufmerkfamkeit: Ein Miffale SpecialeVorläufer desPfalteriums 1457, S. 21 Anm. 1; das Maddenfche Exemplar (Roth, Buchdruckerfamilie Schöffer S. 104)erwies ßch infolge Nachforfchung als identifch mit demVerfailler. Siehe auch die folgende drucktechnifcheUnterfuchung Wallaus betr. die zweifarbigen Initialen der Fuß-Schöfferfchen Pfalterdrucke.

19. Pfalm. I Beatus vir fällt auf die Dominica; fer. 2 ad Matutinum : Dominus illuminatio mea (ps. 26).