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HEINRICH WALLAU
eines Congreve-Druckftocks, wie auch einer Pfalter-Initiale, dadurch zu Stande kommt,dag die bewegliche Platte bei der Einfärbung nicht fortgenommen wird, diefe mithin denganzen, zufammengefetjten Druckßock ebenmäßig trifft. Vgl. die bei Falkenftein, a. a. O.S. 370 und Meyer, Gutenberg-Album S. XXIII gegebenen Tafeln in Congreve-Druck,fowie die einfarbig abgedruckten Initialen in Pf. 1459 Bl. 107 aj (blau); Pf. 1490 Bl. 94aB (roth); Pf. 1515 20a, 27b, 66a D, 45b E (roth); Pf. 1516 1 a das große B, ebenfalls roth. 6
Grundfätjlich genau die gleiche Einrichtung zeigen unfere Initialen, mit dem'einenUnterfchiede, daß die abnehmbare Platte nicht, wie bei Congreves Anordnung einzelneStellen des feften Blödes umfaßt, fondern als Körper der Initiale in den feßen Blöde ein-gelegt erfcheint, eine mitRückficht auf künftlerißhe Wirkungen in der That vollkommenereLöfung, wie die Congrevefche Nachbildung. Nur hierdurch wurde nämlich die Ausführungder reizvollen Füllornamente innerhalb der Initialen möglich, die durch Congreves imübrigen entfehieden praktifchere Konßruction nicht wiedergegeben werden könnten. SelbßSchmidt (vgl. Unterfuch. S. 170), deffen nach meiner Auffaffung durchaus muftergiltigetechnifche Unterteilungen noch eingehend gewürdigt werden müffen, konnte den Zu-fammenhang d. h. die technifche Uebereinßimmung mit dem Congrevedruck aus demerwähnten Grunde nicht ermitteln, 7 fo richtig und fcharfßnnig im Uebrigen feine Be-urtheilung der „ineinandergefchobenen Holzßöcke,“ von denen z. B. für E, I, M, S je4 einzelne Stückchen erforderlich gewefen wären, fich erweift. Hierzu fei nebenbei nochbemerkt, daß die Abdrücke der Initialen eine folche mofaikartige Zufammenfetjung desStocks ganz unzweifelhaft erkennen laffen müßten. Ich erinnere nur an die Ungleichheitenderjuftierung, das Geftürztßehen, verfchiedenartige Einfärbung der einzelnen Theileu.a.,alles Dinge von denen an den Originalabdrücken nicht die geringfte Spur zu finden iß.Schmidts Beifpiele der Uebertragung von Farbe des Buchftaben auf dieVerzierungen findendurch die am Rande der Initialplatte faß immer überhängende Farbe und den heikeinVorgang des Einlegens der Initiale in den Verzierungsblock ganz natürliche Erklärung,initiale eine dünne Platte; Für die Zerlegbarkeit des Druckftocks, wie auch für die An-häufige Brüche derfeiben. fchauung, daß die in eine entfprechende Vertiefung des BlocksSonderabdrücke der initial- einlegbare, in der Form des Initialbuchftaben ausgefchnitteneplatten und derVerzierungen. pi atte nur we nige Millimeter dick gewefen fein kann, fprechendie nachßehenden Merkmale an den Abdrücken. Zunächft die Bruchftellen im Initial-körper. Sie widerlegen vor Allem die Annahme eines einzigen, feften Stocks. Verlegungen,die ßch im Abdruck fo deutlich als Trennung der Oberfläche darftellen und die in allenFällen nur den Initialkörper, nicht aber die dicht daran ftehenden Verzierungen durch-brechen, laffen ßch am feßen Block kaum genügend oder gar nicht, an der lofen Initial-platte aber fehr einfach erklären. Vergl. Taf. 27 B 1459, 117 b. 1490,94 a. Taf. 28 D1459, 24a. 1490, 153a I 1490, 7b, 55b u. 207a. Taf. 29 M 1459 und 1490 alle wiederge-gebenen Abdrücke. Taf. 30 R 1459, 119b.
Wie diefe und viele andere Abdrücke erkennen laffen, war die Vorrichtung mit dereingelegten Platte derart getroffen, daß die Initiale felbft faß immer ein wenig ßärkereinfetjte, wie die ße umgebenden Verzierungen. Mit Rückßcht auf gutes Decken derbreiten Flächen gewiß eine fachgemäße Zurichtung, wenn auch wahrfcheinlich wird, daßgerade der auf die Initiale wirkende ßarke Druck allerlei Uebelftände im Gefolge hatte.Man beachte die fehr engen Rinnen, in denen die Initialplatte liegt; ße mußten fehr