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Durch faifch aufgelegte Eine überrafchende Aufklärung über die 1459 vorgekommene Ver-initiaipiatten wurden j e ^ un g eines Verzierungsblocks bringen die in Pf. 1502 befindlichenOrnamente verletzt. Abdrücke der Unterfeite der Initialplatte C (die Platte iß umgewendet,denn der eingerollte Apex befindet fich jeljt unten). Pf. 1502, Darmßadt, Bl. 36 a (f. dieAbbild, auf Taf. 27) 64a 71b 81b 128a 135 b 139a.
Die richtige Oberfeite, kenntlich an dem oben flehenden gerollten Apex, iß Bl. 90b92b 94b (Taf. 27), 102b 114a zum Abdruck gelangt. Erhebt fchon diefe, wie es fcheint,während des Drucks vorgenommene, willkürliche Umwendung der Initiale, deren Be-fchaffenheit als flache, auf beiden Seiten ebene Platte faß über jeden Zweifel, fo erfährtmeine Behauptung durch die Zufammenßellung folgender Thatfachen eine neue Be-tätigung. Eben die 1502 abgedruckte Unterfeite der Initialplatte hat nämlich auch diePf. 1459 Bl. 110a bemerkbaren Verlegungen der Verzierungen der Initiale C ver-urfacht. Die Platte lag, ßatt in der Rinne, nebenan, als der Druck erfolgte und die Ver-zierungen niedergedrückt wurden. Deren Zußand ergiebt der fpätere Abdruck, f. Taf. 27C 1459 Bl. 110a. Das Pfalter-Exemplar in Gotha bietet auf Bl. 110a die Initiale C mitden gleichen ftarken Verlegungen wie das in Mainz . 12
Die nebenßehende Figur zeigt die Verletzungen von 1459 in den
O / 3 Umriß des Abdrucks der Unterfeite von 1502, Bl. 128a, eingetragen& und fchwarz ausgefüllt. Oben rechts, mit * bezeichnet, hat der Apexder Platte nicht in ganzer Breite die Verzierung zerdrückt, doch ißder fcharfe Eindruck der Kante deutlich. Offenbar kippte die Initial-platte während des Niederdrucks in die Rinne. Die an dem obenerwähnten photographißhen Abdruck der Initiale C 1502, Bl. 36 aTaf. 27, erkennbare fcharfe Einkerbung am innern Bogen der linkenHaßa fcheint mit dem hier befprochenen Vorfälle zufammenzuhängen. Die genaueUebereinftimmung der beiden, auf fehr verfchiedene Art gewonnenen Abdrücke derUnterfeite der C-Platte ift ganz unzweifelhaft. Der Vorgang der Verletzung felbft, derßcher beim Drucken in der Preffe durch eine Unachtfamkeit herbeigeführt wurde, machtaußerdem die geringe Dicke der Platte wahrfcheinlich. Denn nur ein ganz niedrigesPlättchen, konnte, wenn es neben, ßatt in der Rinne des Verzierungsblocks lag, unbe-merkt unter den Preßtiegel kommen. Eine nur wenig dickere, z. B. 5 Millimeter hoheForm dürfte ein folches Verfehen faß unmöglich machen, abgefehen davon, daß ihreAnfertigung, namentlich der Vertiefung der Rinnen wegen, unverhältnißmäßig erfchwertgewefen wäre. Den Vortheil größerer Haltbarkeit hätte ße freilich für ßch gehabt. Jeden-falls dürfte ßch zur Erzielung guter Abdrücke und fonftiger leichter Handhabung eineDicke der Initialplatte von 2—3 mm als vollkommen geeignet erwiefen haben.
Ein ähnliches Vorkommniß, wie diefe unrichtig aufgelegte Initialplatte, wird 1490 dieVerletzungen der Initiale D verurfacht haben. Diefer Fall bietet infofern Intereffe, alser zugleich eine auffallende Verbreiterung der Initialplatte erklärt. Siehe hierzu dieAbbildungen Taf. 28. D 1490 2a zeigt die Initiale unverletzt; nach etwa 30maligem,unbefchädigtem Vorkommen, hat diefelbe plötzlich auf Bl. 53 a das Ausfehen der Ab-bildung 72a. Die Befchädigungen derVerzierungen find nach meinerVorßellung haupt-fachlich dadurch entßanden, daß die Initialplatte nicht genau in der Rinne, fondern etwasnach links gefchoben auf den jetzt verfchwundenen Verzierungslinien lag, als der Druck