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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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§ 4. DIE AUFNAHME FREMDEN METALLGELDES USW.mag wohl auch die Differenz im Diskontsatz gewirkt haben;denn während die Bank von Frankreich von 1820-1852( mitAusnahme des Jahres 1847) einen ständigen Diskontsatz von 4%hatte, war der Wechseldiskont der Nationalbank von Spanienvon 1838-1857 6%.

Im Gegensatz zu den Wechselkursen auf Frankreich standen.die Kurse der spanischen Valuta England gegenüber stets unterdem erwählten Wechselpari. Als Wechselpari mit England be-trachtete man, wiewohl ein Münzpari mit dem Goldwährungs-lande England nicht bestand , die Parität des spanischen Wechsel-piasters( Peso de cambio) gegenüber dem englischen Silbergelde.Der Wechselpiaster, eine ideelle Rechnungsmünze gleich 15 Realenvn 2 Maravedis, war nach der damaligen Anschauung äquivalent41,7 Pence. In der Zeit bis 1847 erreichte aber der Kurs desWechsel- Piasters in Madrid fast niemals einen höhern Standals 381/2 Pence, wobei die Notierung in variabeln Einheitenenglischen Geldes stattfand. 1)

Eine automatische Wechselkursregulierung gegenüber Eng-land war in dieser Zeit nicht möglich, und infolge großer Ver-schuldung Spaniens an England wegen größeren Warenimports dorther stand der Pesokurs stets unter dem Paristande, da auchdie Kapitalbilanz zwischen Spanien und England für Spanienungünstig war.

Wie schon aus den Notierungen der intervalutarischenKurse in Madrid ersichtlich ist, bestand bis zum Jahre 1847 eineRegellosigkeit darin, daß man die Kurse auf verschiedene Ländernicht in Werteinheiten, ja nicht einmal in einer Wechseleinheitnormierte.

In gleicher Weise benutzten die andern Handelsplätze

1) Der Kurs für 90- Tage- Wechsel auf London war z. B. am

1. 7. 1842 1 Peso de cambio= 38 Pence

1. 7. 1843 1

"

2. 7. 1843 1

د,

1. 7. 1844 1

77

1. 7. 1845 1

99

وو

57

-

-

371/2= 377/8,

= 3778,

"

23

= 381/ 18,

23

( Gazeta de Madrid).