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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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I. DIE ENTWICKELUNG DER SPANISCHEN STAATL. ZAHLUNGSMITTEL.

Den weitaus bedeutendsten Umfang nahmen von all denfremden Geldarten die französischen Silbermünzen ein, welchevalutarisches Geld in Spanien waren. Der Zustrom französischen Geldes nach Spanien hörte auch in den 40 er Jahren des 19. Jahr-hunderts nicht auf, da Frankreich gewaltige Kapitalien in Spanienanlegte.

So ist wohl auch nur erklärlich, daß trotz ständigengrößeren spanischen Warenimportes aus Frankreich der fran- zösisch- spanische intervalutarische Kurs meist für Frankreichungünstig lag.

In Madrid wurden die Wechselkurse für Paris bis zumJahre 1847 in variabeln Einheiten von Livres tournois undSous notiert, während als feststehend die alte Wechsel- Pistole( Doblon de plata antigua) betrachtet wurde. Die Wechsel- Pistoleoder der Wechsel- Doblon, eine nicht real dargestellte Rechnungs-münze Spaniens im Betrage von 60 Realen 8 Maravedis, hattein Beziehung zum französischen Gelde die Parität: 1 Doblon= 16 Livres 3 Sous. Der Kurs auf Paris stand jedoch fastständig höher, d. h. er war für Frankreich ungünstig.

Immerhin bestanden, da in Frankreich und Spanien dasgleiche synchartale Geld valutarisch behandelt wurde, keinebedeutenden Abweichungen von der Münzparität. Konnte doch Frankreich die Wechselkurse durch Übersendung von Silber-Napoleons automatisch regulieren; dann waren auch die Kostender Versendung durch den Fortfall des Schlagschatzes auf eingeringes Maß beschränkt.

Einige Kurse, die den offiziellen Angaben der Gazeta deMadrid entnommen sind, mögen die Wechselkurse Spaniens gegenüber Frankreich veranschaulichen.

Der Kurs für 90- Tage- Wechsel auf Paris stand in Madrid à 16 Livres 6 Sous

am 1. 7. 1842 1 Doblon

==-

1. 1. 1843 1

=

= 16

5

""

2. 7. 1843 1

= 16

7

"

"

י,

وو

1. 7. 1844 1

=

16

8

29

" 7

11

1. 7. 1845 1

16

11

وو

22

" 7

Auf den günstigen Stand des spanisch- französischen Kurses