§ 8. DIE WIEDERHERSTELLUNG DER FREIEN GOLDPRÄGUNG. 121
Bei Silberpreisen in London von durchschnittlich 613/4 Pencepro Unze Standard im Jahre 1857 wurden nun spanische Silber-pesos und die in Spanien einseitig synchartal behandelten fran-zösischen Silber- Napoleons stark nach London exportiert.
Eine Ausfuhr von Silbergeld fand damals aus Spanien in relativ viel stärkerem Maße statt als aus andern Ländern.Erstens waren die spanischen Silberpesos die beliebtesten Handels-münzen im Orient, dann trieb man aber die Silber- Napoleonsgeradezu ins Ausland. Man hatte nämlich in Spanien den Fehlerbegangen, trotz starker Herabsetzung des spezifischen Gehaltesder spanischen Silbermünzen seit 1848 die alte Tarifierung fürSilber- Napoleons, 5 Frs.= 19 Realen, bestehen zu lassen.
Da man spanisches Silbergeld um 1,31% im Gehalt ver-mindert hatte, hätte man den Napoleon auf 19,26 Realen tari-fieren müssen. Wollte der spanische Staat den Silber- Napoleonim Verkehr halten, so hätte er seine Geltung unbedingt jetztsteigern müssen. Das Richtigste wäre wohl ein Einzug undeine Umprägung der Silber- Napoleons in spanisches Geld ge-wesen. Der Staat unterließ dies jedoch aus fiskalischen Inter-essen, er wollte die Inhaber von Napoleons nicht mit einemhöheren Preis als mit dem proklamierten Werte entschädigen.Da sich die Ursachen für den Export von Silber- Napoleons durchdie an sich schon höheren Silberpreise in London und durchihre um 1,31% zu niedrige Bewertung potenziert hatten, be-nutzte die Spekulation die Unachtsamkeit des Staates, um durchNoteneinlösung der Bank von Spanien die Silber - Napoleons zuentziehen. Der weitaus größte Teil des in Spanien zirkulierendenSilbergeldes bestand in der zweiten Hälfte des fünften Jahr-zehntes noch in französischem Silbergelde, und sowohl Napoleonswie Duros ließ sich der spanische Staat abzwingen.
Nach den Berechnungen der Münzdirektion vom Jahre1859 sollen die spanischen Arbitrageure durch den Bezug vonGold aus dem Ausland und den Verkauf von Silber- Napoleonsnach auswärts einen Netto- Verdienst von 1,49% bei der Arbi-trage zwischen Barcelona und Marseille, von 1,55 % bei derArbitrage zwischen Cadiz und Gibraltar gehabt haben .