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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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II. DIE WÄHRUNGSÄNDERUNGEN DER JAHRE 1848-1868.

Während nun andere Staaten den Abfluß von Silbergelddurch exodromische Maßregeln zu verhindern suchten, tat manin Spanien keine Schritte, die einmal bestehende Silberwährungaufrecht zu erhalten. Hatte die Bank von Frankreich ihrenDiskontsatz schon im Jahre 1857 bis auf 100% gesteigert, sohatte die Bank von Spanien im Gegenteil ihren Diskont am3 . März 1857 von 6% auf 51/ 2%/ 0, am 10. April 1857 sogarauf 5% herabgesetzt und ihn mehrere Jahre in dieser Höhegelassen. So machte sich aus diesem Grunde eine weitere Aus-fuhr von Silbergeld aus Spanien bemerkbar, da die Spanier inandern Ländern mit höherem Diskontsatz eine vorteilhaftereAnlage ihres Geldes suchten.

Auch hatte sich nach dem Jahre 1855 die während einigerJahre für Spanien günstige Warenhandelsbilanz geändert undzeigte bei geringen Ernten und starker Einfuhr von Fabrikatenin den Jahren 1857-1860 folgendes unvorteilhaftes Bild:Die Gesamtwareneinfuhr¹) be- Die Gesamtwarenausfuhr¹) be-trug( exklus. Edelmetall):

1857: 1526 Millionen Realen

trug( exklus. Edelmetall):1060 Millionen Realen

1858: 1490

1859: 1249

1860: 1453

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In damaliger Zeit, als die Kapitalienübertragung noch instärkerem Maße als heute durch Metallexport stattfand, bildetedie Handelsbilanz einen bedeutenderen Faktor für die Zahlungs-bilanz. An Edelmetall wurden denn auch in den Jahren 1857bis 1860 191 Millionen Realen mehr aus- als eingeführt.

Wie uns aber Vicente Vazquez Queipo in seiner Schrift,, La crisis monetaria española" berichtet, fand die Metallausfuhraus Spanien in den Jahren 1849-1861 mit ganz geringer Aus-nahme in Silbergeld statt.

Im Jahre 1859 waren auch große Posten spanischer Renteaus England und Frankreich zurückgeströmt und hatten einen.Export von Silbergeld veranlaßt .

1) cf. Queipo, La crisis monetaria española, Madrid 1866, Seite 23.