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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.

im Privatverkehr Sortenverträge abgeschlossen und Annahmenhoher Prozentsätze in Kupfergeld ausbedungen werden.

Valutarisch wurde nach Einführung des Münzsystems von1868 weiter das Goldgeld behandelt. Daneben bestand aber fernerals Kurantgeld das silberne Fünfpesetastück, das frei ausprägbarwar. Das bare Kurantgeld in Silber konnte aber jetzt eine Ge-fahr für die Aufrechterhaltung der Währung bilden. Denn dieSilberpreise waren seit dem Jahre 1867 auf dem LondonerMetallmarkte wieder gefallen, und man hatte in Spanien infolge-dessen im Rechnungsjahr 1867/68 zum ersten Male seit Jahr-zehnten wieder mehr Silber- als Goldgeld geprägt.

Im Februar des Jahres 1869 begann man mit der Her-stellung der neuen Münzen und prägte zunächst Kupfer- undSilberscheidemünzen. Am 1. Juli 1870 trat dann der Ankaufs-tarif¹) für frei ausprägbares Silbergeld in Kraft, und es wurdenan der Madrider Münzstätte Barren Silbers mit 222,22 Pesetaspro Kilogramm fein in Zahlung genommen und zu 5- Peseta-stücken ausgeprägt.

Die Gewichtsverminderung der Duros wurde vom Verkehrruhig hingenommen, 2) und alte und neue Silbermünzen kursiertenfriedlich neben einander, da in den vergangenen Jahren beihohen Silberpreisen alle nur einigermaßen vollwichtigen Silber-

der Verbote der Regierung, sie an Staatskassen anzunehmen, und trotzder Verbote ihrer Einfuhr massenweise die sogenannten Ochavos moruños( maurisch) mit einem Werte von 2 Maravedis, wiewohl sie in ihrem Heimat-lande nur einen Wert von 1 Mr. repräsentierten. Die Ungewißheit überihre gesetzliche Annahme in Spanien ging so weit, daß 1881 ein Industriellen-verband eine staatliche Erklärung forderte, ob man verpflichtet sei, dieseOchavos moruños im Privatverkehr anzunehmen. Darauf wurde am 26. 1.1881 durch Dekret verordnet, daß weder Staatskassen sie anzunehmenhätten noch Privatleute sie zu nehmen brauchten. Erst in neuster Zeitfanden größere Umprägungen der 5- und 10- Centimosstücke in Stückeà 1 und 2 Centimos statt. 1904 wurden 300000 Pesetas in 2- Cts., 190625000 Pesetas in 1- Cts. geprägt.

1) Col. legislat. Jahrgang 1870.

2) Joaquin María Sanromá, La cuestion monetaria en España,Madrid 1872 , S. 42-43.