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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
Seite
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§ 10. NACHAHM. D. MÜNZGESETZL. BESTIMMUNGEN D. LAT. UNION. 161beschränkung an Staatskassen wieder entschloß und durch Dekretvom 21. Mai 1875 verfügte, daß nur 5% an Kupfergeld beiZahlungen an öffentlichen Kassen angenommen werden sollten.

Da aber der Staat auch nach 1875 weiter Kupfermünzenin starkem Maße prägte, machten sich die Anhäufungen davonschließlich in solchem Maße bemerkbar, daß die öffentlichenKassen zu umfangreichen Kupferzahlungen angewiesen wurden.Durch Dekret vom 24. März 1881 wurde verfügt, daß die Staats-kassen wohl 10% an Kupfergeld von Privaten anzunehmenhätten, aber auch ebenso 10% bei jeder Zahlung davon auf-drängen könnten.

Man sah damals ein, daß durch unmäßige Emission vonScheidemünzen die Staatskassen nur durch Stauungen belästigtwürden, stellte die Prägungen von Kupfergeld ein und schloßdie Münzstätte von Barcelona, in welcher nur noch Kupfergeldhergestellt worden war. Gleichzeitig wurde die Münzprägung inder einen Münzstätte von Madrid zentralisiert.

An diesen übermäßigen Emissionen von Kupfermünzen,die ebenso wie alle Gold- und Silbermünzen definitiv sind, kranktaber noch heute die spanische Geldzirkulation, ¹) so daß häufig

1) Die Bestimmungen über das Kupfergeld weichen noch heute sehrvon den in andern Ländern herrschenden Vorschriften ab, da die Bankvon Spanien Kupfergeld von Privaten überhaupt nicht akzeptiert und esnur für Rechnung des Staates in Depot nimmt. Von der Ausgabe vonKupfergeld für Staatsrechnung hat sie andererseits in den letzten Jahrenrecht ausgiebig Gebrauch gemacht, so daß die Bestände daran, welcheam 1. Januar 1891 noch 93/4 Millionen betrugen, bis zum Jahre 1911 auf3 Millionen reduziert sind.

Nach dem Gesetze vom 12. Mai 1888 über den Schatzdienst derBank soll der Finanzminister die Summen Kupfergeldes angeben, welchebei Zahlungen an Private von der Bank ausgehändigt werden können,damit das von den Staatskassen bei der Bank eingehende Kupfer wiederAnwendung findet.

Auch in der Stückelung der Kupfermünzen entsprach die Regierungnicht den Bedürfnissen des Verkehrs; denn während 5- und 10- Centimos-stücke übermäßig vorhanden waren und noch sind, mangelten stets kleineStücke à 1 und 2 Centimos.

Anfangs der 80er Jahre zirkulierten infolgedessen in Spanien trotzRühe, Das Geldwesen Spaniens.

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