§ 10. NACHAHM. D. MÜNZGESETZL. BESTIMMUNGEN D. LAT. UNION. 169
Als aber der Staat im Jahre 1874 seine Auslandsanleiheneinstellte und in den Jahren 1874-1876 seine Couponszahlungenunterbrechen mußte, kamen trotzdem mehr fremde Zahlungs-mittel ins Land als herausströmten. Die Provinzen und Ge-meinden des Landes machten jetzt Auslandsanleihen, und dannwaren es ausländische Gesellschaften, welche die Ausbeutungder von den Spaniern vernachlässigten Industrien in die Handnahmen und fremde Zahlungsmittel einführten.
Eisenbahn- und Wegebau, Minen- und Metallindustrie,Gasfabrikation, Bank- und Versicherungsgeschäfte wurden da-mals in großem Maßstabe von Ausländern in Spanien auf-genommen. Die Franzosen waren dabei stets die Hauptkredit-geber des Landes.
Die maßgebliche Devise für die spanischen Plätze wurdedaher immer mehr die Pariser und nach ihr wurde die Valuta. Spaniens von nun an ausschließlich beurteilt. Der Devise London.kam erst an zweiter Stelle Bedeutung zu, und diejenigen derandern Plätze spielten und spielen im Vergleich zur PariserDevise eine ganz untergeordnete Rolle in Spanien.
Man betrachtete nun in Spanien seit der Einführung desneuen Münzsystems einen Stand von 100 Franken gleich 100Pesetas als Paristand der Valuten Frankreichs und Spaniens,wiewohl nur ein Münzpari zwischen dem Silberfranken und derSilberpeseta von 1: 1 bestand. Denn das spanische neue Gold-geld war im Gehalt ca. 4%, das alte spanische Goldgeld imDurchschnitt ca. 2,70% stärker als der französische Goldfrank.
Solange nun in Spanien alte und neue Goldpeseten valu-tarisch waren, konnte man für die jederzeit erhältlichen Gold-peseten sich in Frankreich mehr Goldfranken verschaffen, alsdas Wechselpari angab. Denn der Übergang Frankreichs zumPapiergelde im Jahre 1870 hatte keine Bedeutung, da Gold-franken in Frankreich bares Geld blieben und man durch Ver-wandlung spanischen Goldes an den Münzstätten Frankreichs stets eine bestimmte Anzahl französischer Werteinheiten her-stellen konnte.
Infolgedessen hatte die Peseta gegenüber dem Franken zur