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III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.
Zahlungen nur noch in Silbergeld zu leisten, und so kam Silber-geld durch Obstruktion und restauratorisch im Jahre 1873 invalutarische Stellung.
Der Staat, welcher es müde geworden war, Goldgeld stetsunter Verlusten zu prägen und an Private auszuliefern, stelltedamals die Goldprägungen ganz ein. Da aber Private kein Gold-metall mehr zur Münze brachten, wurde die Goldprägung inden Jahren 1873-1876 durch einfachen Verwaltungsakt ganzsuspendiert.
Dem Golde wurde hiermit rechtlich die hylische Stellungnicht genommen, denn nach dem Gesetz blieb es jedem Privat-mann freigestellt, Goldmetall in Goldgeld durch die Münzstätteumwandeln zu lassen. Die Chrysolepsie blieb aber deshalb un-wirksam, weil es unvorteilhaft war, Gold zur Ausprägung zubringen.
Goldgeld wurde jetzt akzessorisches Kurantgeld und hatteein positives Agio, das in den Jahren 1873-1876 ca. 1-1/ 2% 0betrug.1) Zum Teil zog es ins Ausland, zum größeren Teil wurdees jedoch im Lande selbst thesauriert.
Um nun dem Goldexport für Silberankauf in London Ein-halt zu tun, wurde durch königliche Verfügung vom 24. Sep-tember 1873 der Ankaufspreis für das Kilogramm feinen Silbersvon 222,22 Pesetas auf 220 Pesetas herabgesetzt. Das war derPreis, zu welchem Silber bei dem damaligen spanisch- englischenintervalutarischen Kurse auf dem Londoner Metallmarkt bezahltwerden mußte.
In den intervalutarischen Kursen machte sich der Währungs-umschlag Spaniens nicht bedeutend und erst nach und nachgeltend, denn die pantopolischen Verhältnisse waren infolge vonKapitalsinvestitionen des Auslandes in der Zeit 1867-1876zu Gunsten Spaniens. Die Auslandsschuld, welche in den Jahren1867-1873 um 2814 Millionen Pesetas gesteigert wurde, brachteviel fremde, namentlich französische Zahlungsmittel nach Spanien.