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III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.
in Goldgeld bezahlt, und einige höhere Beamte bekamen nochmehrere Jahre ihre Gehälter in Gold ausgezahlt. Goldgeld ab-zwingen ließen sich seit dem Sommer 1883 aber weder die Banknoch der Staat.
Durch Obstruktion waren die Silberduros so in valutarischeStellung gekommen, und Goldgeld war akzessorisch geworden.Mit dem Übergang zum notalen Silbergelde hörten alleausgebildeten metallodromischen Einrichtungen auf; die Währungentbehrte seitdem einer eigentlichen metallischen Basis.
Spaniens Valuta blieb seither Silberwährung im platischenSinne, im genetischen Sinne jedoch war sie es nicht, da diefreie Ausprägbarkeit von Silber im Jahre 1878 aufgehoben warund die Silberprägung für Private gesperrt blieb.
Beim Goldgelde lagen die Verhältnisse umgekehrt. Goldwar auch ferner hylisches Metall und ist noch heute bei Ein-lieferung größerer Quantitäten in Werteinheiten spanischen Geldes.zu verwandeln( Chrysolepsie), die Goldgeldzahlungen( Chryso-phantismus) sind jedoch vom Staate aufgegeben worden.
Goldgeld blieb seit 1883 stets in akzessorischer Stellung,wurde aber zirkulatorisch nicht mehr verwendet, es erhieltwegen seiner besseren platischen Verwendbarkeit ein positives.inneres Agio.
Für Spaniens Geldwesen brach im Jahre 1883 eine neueZeit heran, denn das im Verkehr wirksame Geld wurde aus-schließlich Notalgeld. Silberkurantgeld, Silber- und Kupferscheide-münzen wie Banknoten beherrschten von nun an den Geldmarkt.
Ebenso wie Goldmünzen wurden die französischen 5- Franken-stücke, welche noch in großen Mengen zu Anfang der achtzigerJahre in Spanien zirkulierten, ¹) zu Zahlungszwecken im Inlandenicht mehr benutzt. Aus alter Zeit waren die früher mit 19 Realentarifierten Silber- Napoleons noch teilweise im Lande geblieben;nachdem Spanien aber 5- Pesetenstücke nach derselben Normwie Silber- Napoleons ausgeprägt hatte, waren viele französische