§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.
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Verhältnisse nie bis zu ihrem Metallwert gesunken und niemalsder Silberausfuhrpunkt erreicht worden ist, konnte SilbergeldSpaniens auch nicht als Ware mit Vorteil verkauft worden sein,wie die spanische Regierung in ihrem Dekret annahm.
Vielmehr hatten Spezialumstände des spanischen Geldmarktes auf die Ausfuhr von Silbergeld gewirkt. Namentlich katalonischeBanken hatten sich während der gewaltigen Steigerungen desAgios im April und Mai des Jahres 1898 Silbergeld im Um-tausch gegen Banknoten verschafft und es als Ware bei denBanken in Marseille gegen Gold und Golddevisen verpfändet.Mit den Goldwerten hatten sie bei steigendem Frankenagiogroße Gewinne erzielt, bei Rückgang des Agios hatten sie dieverpfändeten Silberstücke wieder eingelöst.
Ferner bestand seit alter Zeit ein einseitiger Synchartismusin Marokko in Bezug auf spanisches Geld. Wurde bereits stetsviel spanisches Silbergeld nach Marokko exportiert , so warenbei dem exorbitant hohen Agio der Franken ganz besondereGründe für die Spekulation gegeben, spanisches Silbergeld dorthinauszuführen. In Marokko kursierten noch viele Silber- Napoleons,die auch, wenn auch nicht gesetzmäßig wie spanische Duros,auf Grund der früher in Spanien bestehenden Tarifierung 5Franken gleich 19 Realen genommen wurden. Die Maurenzogen nun wegen des Prestige, welches bei ihnen der spanischeName damals hatte, in völliger Unkenntnis der europäischenGeldverhältnisse, spanische Silberduros den französischen Silber- Napoleons vor, mindestens aber nahmen sie spanisches Silber-geld zum gleichen Werte wie französisches. Die spanischenSpekulanten benutzten dies und entzogen den Mauren im Um-tausch gegen Silberduros die französischen Silbermünzen.
Weiter kam Silbergeldausfuhr wohl nur nach Cuba inBetracht , wo spanisches Silbergeld nach dem proklamiertenWerte genommen wurde.
Alle diese Erscheinungen, daß man Silbergeld der Bank-note vorzog und Noten zur Einlösung brachte, dauerten jedochnur kurze Zeit. Das Frankenagio, welches nach der unglück-lichen Seeschlacht von Manila die gewaltige Höhe von 115%